1,36 Millionen Euro für neue Fahrzeuge: Gemeinsamer Bauhof wird aufgerüstet

1,36 Millionen Euro für neue Fahrzeuge: Gemeinsamer Bauhof wird aufgerüstet

Die Optimierung des Bauhofs von Wipperfürth und Hückeswagen, angeregt durch einen Gutachter im Juni, schreitet voran. Einiges wurde bereits umstrukturiert, und der veraltete Fuhrpark wird bereits durch viele neue Fahrzeuge ersetzt.

Seine Aufgabe ist es eigentlich, den Bauhof zu leiten. Doch auch als Verkäufer macht sich Magnus Bernhardt offenbar ganz gut. Über eine spezielle Verkaufsplattform im Internet hatte er einen ausrangierten Radlader und den fast 40 Jahre alten Straßenfertiger noch für fast 45.500 Euro nach Osteuropa veräußern können. Herbert Wilms, Kämmerer der Stadt Wipperfürth, gerät darüber ins Staunen: "Wir hatten mit Verkaufserlösen von lediglich 5000 Euro gerechnet", sagt er auf Anfrage unserer Redaktion.

Die Einnahmen, auch wenn sie das Neunfache des Erwarteten eingebracht haben, stehen jedoch in keinem Verhältnis zu den Ausgaben für 2017 und 2018: 1,36 Millionen Euro hat bzw. wird der Bauhof für 14 neue Fahrzeuge ausgeben müssen. War doch der Fuhrpark hoffnungslos veraltet, wie Gutachter Jörg Krüger von der Kölner BSL-Managementberatung in der gemeinsamen Sitzung des Hückeswagener Betriebs- und des Wipperfürther Bauausschusses aufgeführt hatte. Es war jedoch nicht der einzige Mangel, den der Experte anprangerte. Derer gab es viele.

Seither wurde im Lenkungskreis Bauhof beider Städte, dem vier Politiker und sieben Verwaltungsmitarbeiter aus Hückeswagen und Wipperfürth inklusive des Bauhofleiters angehören, bei zwei Treffen über die Umstrukturierung und Optimierung des Bauhofs sowie die notwendigen Investitionen gesprochen. Das nächste steht für kommenden Montag an.

Eine wesentliche Änderung ist, dass Magnus Bernhardt ein Budget an die Hand gegeben wurde, dass er selbstständig verwalten kann. Daraus hat er eine Reihe neuer Fahrzeuge angeschafft (siehe Info-Kasten). Der große Schlepper etwa kann zum Räumen und Streuen im Winter ebenso eingesetzt werden wie im Sommer, wenn er mit Häcksler und Seilwinde ausgerüstet wird.

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Das neue Trägerfahrzeug aus österreichischer Herstellung kann ebenfalls für den Winterdienst eingesetzt werden, im Sommer wird es mit einem Kehrbesen - etwa zum Säubern des Radwegs - oder mit einem Fass für die Bewässerung von Grünanlagen ausgerüstet.

In der großen Fahrzeughalle wurde die geforderte Heizung eingebaut. Außerdem hat sich Bernhardt Gedanken darüber gemacht, "wie man hier Ordnung schafft". Er hat einen Plan erstellt, wie möglichst viele Fahrzeuge so in der Halle untergebracht werden können, dass sie ohne aufwändiges Hin- und Herrangieren die Halle verlassen können. Markierungen auf dem Boden zeigen an, welches Fahrzeug wo hingehört. "Das war knifflig, hat sich aber inzwischen bewährt. Vorher wurden die Fahrzeuge einfach abgestellt, wie es gerade passte."

Neu ist auch ein Baumkontrolleur, den der Gutachter ebenfalls gefordert hatte. Der ist laut Herbert Wilms aber nicht zusätzlich eingestellt worden, sondern stieß durch eine interne Umsetzung in der Wipperfürther Verwaltung zum Bauhof. Auch wurden verschiedene Software-Programme angeschafft, etwa für die Geräte- und Fahrzeugverwaltung oder die Spielplatz- und Streckenkontrolle.

"Der Bauhof ist auf einem guten Weg", versichert Bürgermeister Dietmar Persian. Allerdings müsse weiterhin geschaut werden, wie die Arbeiten noch effizienter werden könnten. Überlegt werde etwa, Arbeiten, die nicht zwingend Aufgaben des Bauhofs sind, an Fremdfirmen zu vergeben. Das ist zum Beispiel der Aufbau der Hütten zum Weihnachtsmarkt, der Bühne zum Altstadtfest oder einer Eisbahn, wie kürzlich in Wipperfürth geschehen.

(büba)