Hückeswagen: Gemeinde fehlt's an Geld für Jugendreferenten

Hückeswagen: Gemeinde fehlt's an Geld für Jugendreferenten

Seit Herbst 2012 ist Tobias Häde der Jugendreferent der Evangelischen Kirchengemeinde. Doch die Finanzierung seiner Stelle, die es über 2014 hinaus geben soll, steht immer noch auf wackeligen Füßen.

Rund 42 000 Euro beträgt das Jahresbudget für die Stelle des Jugendreferenten. Noch bis August 2014 ist die Arbeit von Tobias Häde in Hückeswagen gesichert. Doch die Gemeinde will ihren Jugendreferenten darüber hinaus weiter beschäftigen. Angesichts sinkender Kirchensteuer-Einnahmen und hoher Kosten für den Unterhalt der Pauluskirche und anderen gemeindeeigenen Gebäuden fehlt ihr dafür allerdings schlichtweg das Geld. Das teilte jetzt Finanzkirchmeister Michael Schröder mit.

"Bislang wurden diese Ausgaben aus Personalrücklagen finanziert", berichtete er. Diese seien aber bald aufgebraucht, "und weiter können wir unseren Haushalt nicht belasten". Vor drei Jahren hatte sich der Förderverein "Zukunft Jugend" gegründet, um die Finanzierung der Jugendreferentenstelle langfristig sicherzustellen. "Es ist eine Investition in die Zukunft", meinte Pfarrer Martin Haupt-Schott. "Denn wir glauben, dass wir als christliche Gemeinde den Jugendlichen einiges anzubieten haben." Mit Jugendarbeit lasse sich nämlich auch die Gemeinde gestalten.

Trotz einiger Aktionen wie dem Pizza-Taxi von 2012 oder dem Stand auf dem Weihnachtsmarkt im vorigen und in diesem Jahr könnte der Verein, der 42 Mitglieder hat, noch mehr Unterstützung aus der Bevölkerung vertragen. Denn sein Ziel ist ambitioniert: "Bislang haben wir als Verein 5000 Euro zur Finanzierung beigetragen", berichtet der zweite Vorsitzende, Michael Weber. "Das würden wir gerne auf 10 000 Euro aufstocken, etwa 25 Prozent der Gesamtkosten." Um das zu erreichen, wären neue Mitglieder, weitere Spenden oder die Teilnahme bei "Schutzengel" hilfreich. Letzteres ist eine Plattform im Internet, mit der Online-Einkäufe abgewickelt werden können (s. Kasten). "Pro Einkauf über ,schutzengel.de' bekommt unser Verein einen bestimmten Prozentanteil", erläuterte Weber. Und das ohne Mehrkosten für den Kunden.

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Wenn die Finanzierung des Jugendreferenten jedoch nicht klappen sollte, hat die Gemeinde keine Alternative. Seine Stelle würde wegfallen und mit ihr mehrere Jugendgruppen — vom Bibelkreis bis zur Sportgruppe, Jugendfreizeiten inklusive. Theoretisch kann die Gemeinde auf ein Team von 30 ehrenamtlichen Mitarbeitern zurückgreifen, aber die hauptamtliche Stelle ist für sie unersetzbar: "Unsere Ehrenamtlichen sind mit Schule, Studium und Ausbildung eingespannt und leben teilweise weiter weg. Da ist immer eine starke Fluktuation drin", sagte Haupt-Schott. Eine hauptamtliche Stelle sei daher notwendig, um die Kontinuität in der Jugendarbeit der Gemeinde zu gewährleisten. "Über 30 Jahre hatten wir immer Jugendarbeit. Sie ist für uns immer immens wichtig gewesen", urteilte auch Schröder.

Bis 2020 soll nun das Haushaltssanierungskonzept greifen, mit dem Ziel der konsequenten Kostenreduzierung. Die Jugendreferentenstelle wird ebenfalls darin berücksichtigt. Um sie zu sichern, wäre der Finanzkirchmeister sogar bereit, gemeindeeigene Gebäude zu verkaufen oder andere Personalkosten zu reduzieren. "In unserem Sanierungskonzept ist alles offen", betonte er.

(sebu)
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