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Gelungenes Probetraining der Hückeswagener Footballer

Phoenix : Gelungenes Probetraining der Footballer

Antäuschen, blocken, werfen, fangen – beim vielseitigen Probetraining der Footballer des Vereins „Phoenix“ am vergangenen Sonntag probierten 16 Interessierte aus, ob ihnen die amerikanische Sportart liegt und Spaß macht.

Der American Football-Verein „Phoenix“ sucht neue Mitspieler. Was liegt da näher, als ein Probetraining, ein sogenanntes „Try Out“ anzubieten. Sonntagnachmittag kamen 16 Interessierte in die Mehrzweckhalle. Co-Trainer oder besser „Offensive Coordinator“ Gabriel Hara-Bingen begann mit leichten Aufwärm- und Dehnübungen, die später in Laufübungen übergingen. Es folgten Wurf- und Fangübungen mit dem eiförmigen Football, was einiger Übung bedurfte. Am Ende wurden Sprints mit angetäuschten Richtungswechseln und Würfen kombiniert. Ein schweißtreibendes Training, sagte Georg Scherer. Der 53-jährige begleitete seinen 15-jährigen Sohn Collin zum Training, „um ihm den Einstieg zu erleichtern“, sagte er. Der Familienvater hatte selbst fast 30 Jahre lang in Köln und Wuppertal Football gespielt, nun aber mit diesem Sport aufgehört. „Ein blauer Fleck braucht in meinem Alter ein paar Wochen, bis er wieder weg ist“, sagte er und erklärte damit, warum er körperlich einen Nachteil gegenüber den jungen Spielern hat. Collin war hochmotiviert und auch schon ein wenig vorbereitet. „Wir haben zu Hause schon mit dem Ball geworfen“, berichtete sein Vater.

Die jüngsten Football-Tester waren der siebenjährige Paul und der neunjährige Jonas. Sie waren nach dem anstrengenden Training nicht ganz so sicher, ob sie nochmal zum wöchentlichen Training auf dem Sportplatz an der Schabelsmühle wiederkommen sollen. Der Vereinsvorstand hofft darauf, möglichst viele neue Spieler akquirieren zu können. „Im Schnitt kommen fünf bis sechs Leute nochmal zum Training“, sagte Mannschaftsspieler Sven Volkhausen. Trainiert wird draußen – auch im Winter – außer bei Blitz und Glatteis. „Man muss die Leute erst einmal wieder aus dem Haus kriegen. Die nächste große Hürde ist dann das Erlernen der Taktik und Spielzüge. Danach folgt das Spiel in Ausrüstung und mit Körperkontakt. Wenn danach noch zwei bis drei Leute hängenbleiben, ist das für uns ein richtig guter Schnitt“, sagte Volkhausen.

Körperbau, Größe und Kondition seien bei diesem Mannschaftssport nicht das Ausschlaggebende. „80 Prozent des Spiels besteht aus Taktik, daher ist Football viel mehr Kopfsache und Rasenschach“, betonte Christian „Happy“ Fröhlich, Vorsitzender des ASC Phoenix. Nach der Neuformatierung vor zwei Jahren, als die Mannschaft ihr Training von Hämmern in die Schloss-Stadt verlegte, sei man nun gut aufgestellt und spielfähig. Auch die Cheerleader „Flames of Phoenix“, die die Mannschaften während der Spiele mit ihren Tanz-Choreographien anfeuern, trainieren regelmäßig.

Dass man in fast jedem Alter mit dem Football beginnen kann, war auch ein ausschlaggebender Grund für Nicolas Niebuhr beim „Try out“ mitzumachen. „Er hat schon viele Sportarten wie Judo, Tischtennis und Fußball durch“, berichtete seine Mutter. Als Ausgleich zur Schule und zur Muskelstärkung in der Phase des schnellen Wachstums sei Sport sehr wichtig. „Schulsport allein reicht da nicht, und bei vielen Sportarten hat man mit 15 Jahren als Einsteiger keine Chance mehr“, fügte Alexandra Niebuhr hinzu. „Spaß macht es schon“, sagte Nicolas Niebuhr, der die Übungen mit Bravour meisterte.

Nach der zweistündigen Trainingseinheit waren alle Teilnehmer erschöpft – aber zufrieden. Wer am Ende wiederkommt, unterliegt einer natürlichen Selektierung. „Wer für den Sport nicht geeignet ist, merkt das nach einiger Zeit selbst“, äußerte sich Phoenix-Spieler Andreas Klein überzeugt.