Hückeswagen: Gekentertes Segelboot auf der Bever löst einen Großeinsatz aus

Hückeswagen : Gekentertes Segelboot auf der Bever löst einen Großeinsatz aus

Ein Großaufgebot an Feuerwehr, DLRG, Polizei, Rotes Kreuz, Rettungssanitätern, Notarzt, Tauchern und Mitarbeitern des Wupperverbands rückten gestern Mittag ans Ufer der Bever-Talsperre in Siepersbever aus, um nach einer vermissten Person zu suchen. Passanten hatten ein gekentertes Boot auf dem Wasser treiben sehen. Nach deren Angaben sei eine Person auf oder in der Nähe des Bootes gewesen. Genauere Angaben machte die Polizei vor Ort zum Notruf nicht. Nach fünfstündigem Einsatz stellte sich heraus, dass das Boot bereits am Vortag gekentert war. Der Steuermann hatte es jedoch weder dem Seglerverein noch dem Wupperverband gemeldet. "Wir sind froh, dass es glimpflich ausgegangen ist, andererseits ist es auch ärgerlich", sagte Feuerwehrchef Karsten Binder.

101 Einsatzkräfte waren fünfeinhalb Stunden bei Kälte und Sturm im Einsatz, nachdem der Notruf um 12.22 Uhr in der Leitstelle eingegangen war. Binder wurde während des Neujahrsempfangs im Heimatmuseum alarmiert. Die Löschzüge Stadt und Herweg rückten aus. Mit dem Rettungsboot erreichten die Feuerwehrmänner das gekenterte Segelboot und zogen es an Land. Taucher der DLRG suchten das Wasser nach der vermissten Person ab. Aufgrund des starken Windes und der Strömung lag die Sichtweite im Wasser unter einem Meter. "Wind, Wellen, Oberflächen- und Unterwasserströmungen erschwerten die Suche", berichtete Binder.

Da niemand das Kentern beobachtet hatte, war die tatsächliche Unfallstelle unbekannt. Zur Unterstützung wurde das Sonargerät der DLRG Wermelskirchen angefordert. Durch das mit moderner Technik ausgestattete Gerät können Personen und Gegenstände unter Wasser wesentlich schneller geortet werden. Mit Hilfe von GPS werden die Fundorte markiert und die Rettungstaucher gezielt eingesetzt.

Ein weiteres Problem: Das Boot hatte keine Kennung. "Der Besitzer kann ohne Kennung nicht ermittelt werden", sagte Talsperrenmeister Helmut Selbach. Während der Suchaktion im Wasser, am Ufer und im Wald wurde recherchiert und telefonisch Kontakte zu den Segelvereinen aufgenommen. Ein privater Segelverein stellte dabei das Fehlen eines seiner Boote fest. Dadurch konnte der Besitzer ermittelt und der Fall aufgeklärt werden.

Neben der verschenkten Freizeit der ehrenamtlichen Helfer wird der Großeinsatz auch ein finanzielles Nachspiel haben. Wer für diese Art von "Unfallflucht" und die entstandenen Kosten aufkommt, muss vermutlich gerichtlich geklärt werden.

(heka)
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