Hückeswagen: Für ein würdiges Lebensende

Hückeswagen : Für ein würdiges Lebensende

Die Diakoniestation ist seit dem 1. Februar von allen Krankenkassen als ambulanter Palliativpflegedienst zugelassen. In einem Pressegespräch wurde am Donnerstag erläutert, was das für schwerstkranke Menschen bedeutet.

In einer immer älter werdenden Gesellschaft hat Palliativpflege an Bedeutung gewonnen. Doch was verbirgt sich dahinter? Wer kann sie in Anspruch nehmen? Diese Fragen beantworteten gestern die Hückeswagener Ärzte Dr. Johannes Aufgebauer und Werner Fabig, die Leiterin der Diakoniestation, Claudia Henze, sowie Friedhilt Busche und Gerhard Welp von der Hospizgruppe.

Bei der Palliativpflege handelt es sich um die Behandlung von unheilbar Erkrankten, deren Lebensende abzusehen ist. Dabei geht es nicht um die Heilung, vielmehr steht die Steigerung der Lebensqualität der Schwerstkranken und deren Angehörigen im Vordergrund.

Längere Pflege, intensivere Pflege

So ist die Palliativpflege wesentlich mehr als die "normale" Altenpflege. Statt der üblichen 40-minütigen Betreuung der Patienten kümmern sich die Mitarbeiterinnen der Diakoniestation mehr als eine Stunde um sie und kommen maximal vier- statt maximal dreimal am Tag. Die Krankenschwestern in der Altenpflege mussten sich laut Henze dafür nachqualifizieren und spezialisieren. Denn das medizinische Fachwissen ist bei der Palliativpflege breit gefächert. Schließlich werden die Patienten zu Hause versorgt statt in einem Krankenhaus. Dazu gehören unter anderem die Schmerzbehandlung oder das Anbringen von Tropfs.

Dazu müssen die zehn examinierten Pflegekräfte der Diakoniestation, die in Palliativcare weitergebildet wurden, eine psychosoziale Begleitung leisten. Auch gilt es, die Angehörigen zu entlasten. "Denn die Familien kommen an die Grenze der Belastbarkeit", hat Johannes Aufgebauer festgestellt. Er ist qualifizierter Palliativarzt, sein Kollege Werner Fabig hat den Basiskursus Palliativmedizin belegt. Beide Mediziner stehen ihren Kollegen in Hückeswagen und Wipperfürth in Sachen Palliativmedizin mit Rat und Tat zur Seite. "Die Verantwortung für die Schwerstkranken liegt aber bei den einzelnen Hausärzten", betonte Fabig.

Die Diakoniestation arbeitet nun mit der Hospizgruppe zusammen, deren Vorsitzender Werner Fabig ist. Deren Mitglieder bieten Sitzwachen an, beraten und führen Gespräche mit den erkrankten Menschen und deren Angehörigen. Auch bieten sie Trauergespräche und individuelle Unterstützung bei der Vermittlung von Hilfen an. Und das alles ehrenamtlich.

Das Ende der Familienverbände

Früher war eine Palliativpflege nicht notwendig. "Damals gab es noch die Familienverbände, in denen die eine Generation die andere pflegte", blickte Fabig zurück. Das sei heutzutage aber nicht mehr gegeben, deshalb müsse nun professionelle Hilfe her.

(RP)
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