Ansichtssache: Für die Hauptschule bleibt's bei einem "Ritt auf der Rasierklinge"

Ansichtssache: Für die Hauptschule bleibt's bei einem "Ritt auf der Rasierklinge"

Gute Nachrichten gab's in dieser Woche gleich mehrere: Die Hauptschule bekommt wieder eine fünfte Klasse zusammen, und am ersten Mai-Wochenende wird statt der Bierbörse der "Biermarkt" gefeiert. Die schlechte Nachricht: Kantorin Ingrid Kammerer verlässt die Stadt.

Es kommt immer auf die Betrachtungsweise an. Das wurde diese Woche deutlich, als die Leiter von Montanus- und Realschule die Anmeldezahlen für das kommende fünfte Schuljahr mitteilten. Obwohl sie 51 Anmeldungen hat und zwei Eingangsklassen bilden kann, ist Realschulleiterin Christiane Klur darüber nicht wirklich glücklich. An der Hauptschule dagegen sind "nur" 20 Fünftklässler angemeldet worden, doch das sorgte bei Schulleiter Gerd Püschel für ein breites Lächeln im Gesicht.

Was letztlich nicht verwundert. Ist seine Schule doch wieder für mindestens ein Jahr gesichert, nachdem die Mindestanzahl von 18 Anmeldungen für das fünfte Schuljahr übertroffen wurde. Doch Püschel und sein Kollegium können sich nicht beruhigt zurücklegen, denn es bleibt weiterhin ein "Ritt auf der Rasierklinge". Die Gefahr wird auch wieder im Februar 2019 bestehen, dass nicht genügend Fünftklässler an der Montanusschule angemeldet werden und diese dann innerhalb von fünf Jahren ausläuft. Schulleitung und Lehrer sind sich dieser unbefriedigenden Situation jedoch bewusst - sie machen es schließlich seit etwa zehn Jahren mit.

Bei Christiane Klur ist es mit der Laune dagegen nicht zum Besten gestellt: 51 Anmeldungen sind schon wenig für eine Schule, die über die Stadtgrenzen hinaus einen sehr guten Ruf genießt. Im vorigen Jahr waren es mit etwa 60 Schülern deutlich mehr, auch konnten für das aktuelle Schuljahr drei Eingangsklassen gebildet werden. Für 2018/19 sind's nur zwei. Ein Drittel der künftigen Fünftklässler kommt zudem aus anderen Städten. Das dürfte bei Schulleitung und Stadtverwaltung für die eine oder andere Sorgenfalte sorgen.

Das Problem bei beiden Schulen bleiben die Eltern, die für ihre Kinder trotz anderslautenden Empfehlungen andere Schulformen wählen. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre hat jedoch gezeigt, dass viele Kinder spätestens nach zwei Jahren dort landen, wo die Grundschule sie zum Ende des ersten Halbjahrs der vierten Klasse gesehen hat. So wird auch der nächste fünfte Jahrgang ab der siebten Klasse aller Voraussicht nach wieder in zwei Klassen unterrichtet. Das bedeutet: Die Grundschul-Empfehlungen müssen zur Pflicht werden.

  • Radevormwald : Keine Anmeldung für Hauptschule

Selbst ist die Stadt! Kaum waren die Nachwehen des kurz vor Weihnachten verkündeten Bierbörse-Aus verklungen, machte sich die Verantwortlichen im Rathaus daran, einen neuen Veranstalter für ein großes mehrtägiges Fest Anfang Mai zu finden. Sie wurden schnell fündig und ziehen mit diesem nun den 1. "Hückeswagener Biermarkt" selber auf. Dass Hückeswagen es versteht, Großveranstaltungen zu organisieren, ist seit dem WDR 2-Tag und den Sommerbob-Rennen hinlänglich bekannt. Anfang Mai wird die Schloss-Stadt den Verantwortlichen der Bierbörse zeigen, dass auch sie ein solches Fest auf den Weg bringen kann - vielleicht sogar besser.

Eine schöne Idee hatte die Wipperfürther Verwaltung mit dem spontanen Bau einer provisorischen Eisbahn. Das wäre doch auch etwas für Hückeswagen - als Platz bietet sich die Wupperaue an: Das Gelände könnte endlich mal für Freizeitaktivitäten genutzt werden, die Wasser liefernde Wupper ist nahe, und vielleicht könnte eine solche Eisbahn den einen oder anderen bewegen, auf das gefährliche Schlittschuhlaufen auf der Bever zu verzichten.

Ein herber Schlag ist der angekündigte Weggang des Ehepaars Stefan und Ingrid Kammerer. Vor allem die Kantorin hat die Kirchenmusik in Hückeswagen auf ein sehr hohes Level gehoben. An Ingrid Kammerer wird sich ein Nachfolger messen lassen müssen - ob er will oder nicht. Die Ansprüche an ihn oder sie sind damit hoch.

(büba)