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Hückeswagen: Führerschein für soziales Engagement

Hückeswagen : Führerschein für soziales Engagement

26 Schüler erhalten Zertifikat für ihren freiwilligen Einsatz im Kindergarten oder in Behinderten- und Seniorenheimen. Das Projekt der Initiative "Weitblick Oberberg" stieß an der Städtischen Realschule in Hückeswagen auf große Resonanz.

Es ist eine Premiere für die Schloss-Stadt: Zum ersten Mal wurde 26 Hückeswagener Schülern für ihr soziales Engagement der Sozialführerschein ausgestellt. Bürgermeister Dietmar Persian und Kreisdirektor Jochen Hagt verliehen die Zertifikate im Ratssaal des Schlosses.

 Bürgermeister Dietmar Persian (l.) und Kreisdirektor Jochen Hagt (r.) überreichten den Schülern ihre Zertifikate. Sie ermunterten die Schüler dazu, sich auch künftig ehrenamtlich in Vereinen oder sozialen Einrichtungen einzusetzen.
Bürgermeister Dietmar Persian (l.) und Kreisdirektor Jochen Hagt (r.) überreichten den Schülern ihre Zertifikate. Sie ermunterten die Schüler dazu, sich auch künftig ehrenamtlich in Vereinen oder sozialen Einrichtungen einzusetzen. Foto: hertgen

Als Margareta Coenen und Brigitte Vandenherz-Siebel als Standortlotsinnen vor Ort das Projekt der Initiative "Weitblick Oberberg" an der Realschule vorstellten, hätten sie nicht mit einer so großen Resonanz seitens der Schüler gerechnet. Dennoch konnten alle interessierten Neunt- und Zehntklässler in Einrichtungen vor Ort untergebracht werden. An vier Nachmittagen im Monat (mindestens zwölf Stunden) bekamen die Schüler die Möglichkeit, die dort lebenden Senioren oder Menschen mit Behinderungen kennenzulernen und sie unter Anleitung in ihrem Alltag zu begleiten. Vorab wurden sie von Fachleuten auf den Kontakt mit den Bewohnern vorbereitet.

Lukas Saal beschäftigte sich im Wohnwerk mit Demenzkranken. "Die Arbeit fand ich sehr interessant, aber jetzt weiß ich, dass der Beruf nichts für mich ist. Dafür habe ich nicht genug Geduld", sagte der 15-Jährige und schilderte seine Erfahrungen. Kim Sander hat der Einsatz im Kindergarten der Kreuzkirche dagegen so viel Spaß gemacht, dass sie nun auch ihr Schulpraktikum dort absolvieren möchte.

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Positive Resonanz gab es auch von den Vertretern der teilnehmenden Einrichtungen. "Man merkt, wenn jemand wirklich interessiert ist und Einsatz zeigt. Das ist besonders im Betreuungsbereich eine große Entlastung für uns", sagte eine Mitarbeiterin des Altenzentrums Johannesstift.

Auch Brigitte Vandenherz-Siebel berichtete nur Positives: "Die Einrichtungen sind total begeistert und freuen sich schon, wenn neue Schüler kommen." Daher wird das Projekt in eine zweite Runde gehen. Margareta Coenen wird den Sozialführerschein nach dem Erfolg an der Realschule in Kürze auch an der Montanus-Hauptschule vorstellen. Hückeswagen und Radevormwald waren die einzigen Städte im Kreis, die den Sozialführerschein noch nicht eingeführt hatten. Die Zukunftsinitiative Weitblick mobilisiert mit dieser Aktion Jugendliche zum Freiwilligendienst und eröffnet ihnen den Blick auf Berufsfelder, in denen künftig ein Mangel an Fachkräften droht. Der Sozialführerschein soll zur Orientierung und als Hilfe bei der Berufswahl in den Gesundheits- und Sozialberufen dienen.

Kreisdirektor Jochen Hagt sprach einen weiteren positiven Nebeneffekt an: "Das Zertifikat wird sich in den Bewerbungsunterlagen gut machen, egal für welchen Beruf", sagte er. Hagt und Persian ermunterten die Schüler dazu, sich auch in Zukunft ehrenamtlich in Vereinen oder sozialen Einrichtungen einzusetzen. "Ich habe mich selbst in einer christlichen Jugendgruppe engagiert, Altenheime besucht und meinen Zivildienst im Johannesstift absolviert. Das war eine wertvolle Zeit für mich", berichtete der neue Bürgermeister aus seiner Jugend.

(heka)