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Frühjahrsputz in Zeiten von Corona im Kindergarten Wiehagen

Kindergarten in Hückeswagen : Frühjahrsputz in Zeiten von Corona

Bevor der ökumenische Kindergarten St. Katharina auf Wiehagen schließt, wurde er am Mittwoch einer gründlichen Entrümpelung unterzogen.

Not macht erfinderisch, manchmal kommt man aber auch einfach nur zu Dingen, die im ganz normalen Alltag sonst einfach untergehen. So auch im ökumenischen Kindergarten St. Katharina auf Wiehagen. Dort ist im Moment natürlich genauso wie in den anderen Kindergärten und fast allen Schulen kein einziges Kind zu sehen. „Wir haben am Montag im Team besprochen, was wir machen können. Und dann kam uns die Idee, doch einmal den kompletten Kindergarten aufzuräumen, zu entrümpeln und einem außerplanmäßigen Frühjahrsputz zu unterziehen“, berichtet Leiterin Jessica Flohr. Ein sich nach und nach füllender Container im Gartenbereich zeugt am Mittwochvormittag davon, dass sich in den vorigen Jahren wohl so manches Entbehrliche angesammelt hat.

Der Morgen sei indes noch recht gemütlich losgegangen, wie Jessica Flohr schmunzelnd sagt. „Wir haben zuerst einmal eine Kollegin verabschiedet. Sie war eineinhalb Jahre bei uns und wird nun ein Studium beginnen.“ Das zwölfköpfige Team habe die Kollegin mit einem großen Frühstück überrascht. „Das war natürlich auch eine Stärkung für den Tag. Die Verabschiedung mit den Kindern und den Eltern werden wir aber nachholen, wenn sich die Situation wieder ein wenig beruhigt hat und wir wieder normalen Betrieb fahren können“, sagt die Leiterin. Für die junge Kollegin sei es dann aber auch kein Problem, noch einmal in den Kindergarten zu kommen.

Im Kindergarten hat sich eine ganze Menge angesammelt, das wird schon deutlich, wenn man nur einen Blick in den Flur wirft. Dort kann man gerade kaum noch durchgehen, weil überall Sachen abgelegt wurden. „Die müssen erst einmal aussortiert werden und landen dann gegebenenfalls im Container“, sagt die Leiterin von St. Katharina.

Das Aussortieren gehe einher mit ganz praktischen Fragen: „Was liegt schon ganz lange im Schrank? Was haben wir effektiv schon seit Ewigkeiten nicht mehr benutzt? Dabei sind alte und kaputte Spiele und Bücher, aber auch Stoffe oder ganze Kisten mit gesammelten Kronkorken“, sagt Jessica Flohr. Im Alltag sei es nicht möglich, einen so umfassenden Frühjahrsputz zu machen. „Gerade, wenn wir die Schränke ausräumen, und dann die Kinder dazwischen herumwuseln würden, das würde einfach nicht gehen und im Chaos enden. Jetzt ist es wenigstens kontrolliertes Chaos“, sagt Jessica Flohr.

Das habe auch der Verwaltungsleiter des katholischen Seelsorgeverbands Radevormwald-Hückeswagen, Henry Wuttke, als Erstes gehört, als er im Kindergarten angerufen hatte. „Ich habe in allen unseren Einrichtungen angerufen und gefragt, wie die Lage ist. Frau Flohr hat daraufhin nur geantwortet: ‚Chaotisch!’ Das hat mich dann im ersten Moment erschreckt, ehe sie mir erklärt hat, dass sie damit die Entrümpelung der Räume meinte.“

Ziel sei, die Aktion bis zum Abend beendet zu haben. Dann werde noch eine Reinigungsfirma kommen, die den Kindergarten komplett reinigt und desinfiziert. „Dann ist erst einmal geschlossen. Zunächst bis nach den Osterferien“, sagt Jessica Flohr. In den Ferien hätte der Kindergarten zwar auch geöffnet, allerdings nur in kleiner Besetzung, da viele Kinder mit ihren Eltern in den Urlaub gewollt hätten.

Die Kinder hätten von dem ganzen Trubel rund um die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus gar nichts mitbekommen. „Am Freitag kündigte sich die Schließung bereits an. Als es dann klar war, haben wir am Samstag alle Eltern informiert. Da wurde auch ausschließlich mit Verständnis reagiert“, sagt Jessica Flohr. Anfragen für Notbetreuung habe es im Kindergarten auf Wiehagen nicht gegeben. Aber natürlich würden die Erzieherinnen in den kommenden Wochen bereitstehen, sollte sie dann doch noch nötig werden.

Die Kinder hätten jedenfalls im ökumenischen Kindergarten bereits die richtigen und wichtigen Hygieneregeln gelernt. „Das war auch schon vor Corona bei uns ganz normal – Hände waschen und desinfizieren gehört eben zum Alltag dazu“, betont Jessica Flohr. So stehe auch schon seit langer Zeit im Eingangsbereich des Kindergartens ein Desinfektionsmittelspender für Besucher.