Hückeswagen: Friede, Freude, Reibekuchen

Hückeswagen : Friede, Freude, Reibekuchen

Auch der dritte "Hüttenzauber" war wieder ein Weihnachtsmarkt mit besonderer Atmosphäre. Ein Anziehungspunkt auch für viele Gäste von außerhalb: Die große Pyramide vor dem Schloss.

Unübersehbar thront der große rote Plastik-Weihnachtsmann auf dem Dach einer Hütte am Wilhelmsplatz. Sein Lächeln wirkt wohlwollend — so, als wollte er alles Böse von Hückeswagen und seinen Bewohnern und Besuchern abwenden. Die Schloss-Städter — und zunehmend auch Gäste aus den Nachbarschaft — wollen ihren Weihnachtsmarkt genießen und die Sorgen für ein paar Tage vergessen. Der Besucher taucht ein in den Trubel. Verschiedenste Düfte liegen in der Luft: Gebrannte Mandeln, heißer Glühwein, frische Tannenzweige, Wachskerzen strömen sie aus. Nach ein paar Metern die Islandstraße aufwärts der erste Blick zurück: Auf dem Wilhelmsplatz drängen sich die Menschen, um einen Blick in die Hütten zu werfen.

Der FC 04 Hückeswagen etwa veranstaltete eine Tombola, deren Erlös dem Kunstrasen-Platz zugute kommt. Am Stand hat gerade Enno Bohmfalk Dienst. Er war es auch, der am Freitagabend beim Fackelzug das Schild des Vereins hoch trug. "Die ganzen Jugendspieler sind mitgegangen", freute er sich. Ein paar Meter weiter hatte der Freundeskreis für die Tschernobylkinder seine Hütte angemietet. Der Verkaufserlös fließt in die Vereinskasse. "Im nächsten Jahr kommen wieder die Kinder aus Grebeni zu Besuch. Da wird jeder Beitrag benötigt", sagte Vereinsmitglied Carmen Losen. Für den Hüttenzauber haben sich die Aktiven die Formel "10 Euro — 1 Tag — 1 Kind" ausgedacht. Soviel, erklärte Losen, kostet der Erholungsaufenthalt eines Kindes für einen Tag in Hückeswagen.

Neben den vielen Ständen, die von den Vereinen betrieben wurden, gab es Anbieter von Basteleien, Weihnachtsschmuck und vor allem Ess- und Trinkbarem. Und dazwischen immer wieder die kleinen Höhepunkte, die den Weihnachtsmarkt ausmachen. Bestes Beispiel dafür war der permanent umlagerte Stand des Kindergartens Kreuzkirche. An ihm fertigte Walter Hünninghaus aus Kormannshausen fast schon im Akkord Weihnachtsbäume und —engel an einer Hobelmaschine an.

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Rundum also Friede, Freude, Reibekuchen in der Schloss-Stadt? Nicht ganz: Mit saurer Miene gingen einige Besucher vom Schlossplatz durch die Bongardstraße Richtung Island. "Ich bin total enttäuscht. Die schöne Holzpyramide steht einsam auf dem Schlossplatz. Das Zelt war zu, und Stände gab's nicht", beklagt sich Erika Friedrichs. Sie und Hannelore Marx hatten von der Pyramide im Fernsehen erfahren und waren aus Elberfeld angereist. Etliche Besucher beklagten am Samstag die "Leblosigkeit" auf dem Schlossplatz. "So eine Pyramide gehört mitten ins Leben", ereiferte sich eine Frau. Gestern Nachmittag war immerhin das Heimatmuseum im Schloss geöffnet.

(RP)
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