Hückeswagen: Forschungsgruppe Spielplätze

Hückeswagen : Forschungsgruppe Spielplätze

Die Spielplatz-Forschung, die das Team des Spielmobils im vorigen Jahr vorgenommen hatte, förderte interessante Ergebnisse zu Tage. Sie werden bis Freitag im GBS-Haus vorgestellt. Zudem werden Spielplatz-Paten gesucht.

Gelbe Aufkleber bedeuteten: "Dieses Spielgerät ist toll" oder "Hier gefällt's mir". Rote dagegen besagten genau das Gegenteil. Übersät mit gelben Punkten waren etwa die Spielplätze an der Brüder-Grimm-Straße, der Pfarrer-Giesen-Straße und die beiden in Kleineichen. "Rot" sahen vor allem die Spielplätze an der Bongardstraße und der Ecke Ringstraße/Weststraße. Das ist das Ergebnis der so genannten Spielplatz-Forschung, zu der alle Hückeswagener Kinder zwischen April und September 2007 aufgerufen waren. In dieser Zeit tourte das Spielmobil des Jugendtreffs erstmalig über die 22 öffentlichen Spielplätze. Und wenn Kinder und Jugendliche zum Spielen kamen, sollten sie gleich auch den Spielplatz bewerten. Die Ergebnisse wurden danach von der Stadtverwaltung ausgewertet.

Ausstellung noch bis Freitag

Welcher Spielplatz wie abschnitt und wo er Stärken und Schwächen hat, das ist seit gestern in einer kleinen Ausstellung in der Glashalle unterhalb des Bürgerbüros zu sehen. Bis kommenden Freitag können sich die Hückeswagener informieren. Stadtjugendpfleger Michael Schmoldt und Verwaltungsmitarbeiterin Andrea Poranzke stellten die Ergebnisse gestern vor.

"Die Erwachsenen können sich noch so viel Mühe geben und die Spielplätze architektonisch toll gestalten, aber Kinder sehen die Dinge oft mit anderen Augen", hat Schmoldt festgestellt. So kamen große, schwere Geräte häufig gar nicht an; etwa Tischtennisplatten sind heutzutage überhaupt nicht mehr der Renner. Dafür hätten die Kinder lieber einfachere Dinge wie Wasserpumpen, damit sie im Matsch spielen können, oder Wellenrutschen im Boden. Auch kleine Fußballtore, kleine Hütten zum Verstecken oder Rampe für Skateboards und Inlineskates werden gewünscht.

Und noch einen interessanten Aspekt brachte die Forschungsergebnisse an den Tag: "Die Spielplätze, die außerhalb der Innenstadt liegen, kommen bei den Kindern besser an", sagte Schmoldt. Wie beispielsweise in Scheideweg, auf dem Dierl, an der Vorsperre oder in Kleineichen hätten sie mehr Natur und Ruhe zu bieten. Spielplätze in der Innenstadt dagegen würden häufig gemieden. Grund seien ein hoher Geräuschpegel und dass sie nicht selten von Jugendlichen genutzt werden, die sich dort nicht gerade zum Spielen aufhalten.

Roter Punkt für Schmoldt

Übrigens: Der Stadtjugendpfleger erhielt auch einen roten Punkt. "Ich war einmal 15 Minuten zu spät gekommen", berichtete Schmoldt lächelnd. Und er kam zu dem Schluss: "Kinder sind halt gnadenlos ehrlich."

(RP)
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