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Firma Klingelnberg bekennt sich zum Standort Hückeswagen

Klingelnberg in Hückeswagen : Klingelnberg bekennt sich zur Schloss-Stadt

Trotz momentanen Gegenwinds aus der Automobilindustrie blickt der Hückeswagener Maschinenbauer positiv in die Zukunft.

Zwar ist der Wind, der derzeit in Industrie und Wirtschaft durch Deutschland fegt, kein mildes Sommerlüftchen. Vom Orkan ist man indes auch weit entfernt. Natürlich merkt auch Hückeswagens größter Arbeitgeber Klingelnberg die Auswirkungen der Veränderungen gerade in der Automotiveindustrie. „Es ist so, dass die Automobilindustrie ihre Investitionen in den klassischen Bereichen eingeschränkt hat. Alles geht hier derzeit in Richtung E-Mobilität“, sagte Finanzvorstand Christoph Küster im Gespräch mit unserer Redaktion. Darauf habe man aber reagiert. „Wir selbst haben unseren Anteil in diesem Bereich in den vergangenen Jahren massiv senken können.“

So habe sich der Maschinenbauer zum einen im Bereich der Luftfahrtindustrie mit neuen Maschinen positionieren können. Auch die Robotik sei ein stetig wachsender Markt, sagte Küster. „Das ist ein zukunftsweisender Markt, auf dem sich in den kommenden Jahren sehr viel tun wird.“

Ein weiterer Bereich, in dem sich das Hückeswagener Unternehmen verstärkt einbringe, sei der des After-Sales. „Dabei geht es um die Nachbetreuung der Kunden, wenn etwa neue Software, neue Steuerelemente oder auch Ersatzteile für vorhandene Maschinen nötig werden. Dafür haben wir unterschiedliche Pakete entwickelt“, sagte der Finanzvorstand. Nicht zuletzt spiele auch der Bereich der Digitalisierung eine immer größere Rolle. „Da ist etwa das Thema Industrie 4.0, für das wir neue Lösungen präsentieren können“, sagte Küster.

Wichtig sei für Klingelnberg auch die Vergrößerung des Portfolios sowie dessen Bekanntheitsgrads. „Wir bauen Maschinen, die in praktisch allen Industriebereichen Anwendung finden. Dort kennt man uns“, sagte Marketingleiterin Sandra Küster. „Erweitern wollen wir den Bereich der Messgeräte. Das bezeichnen wir als New Market, auf dem wir uns breiter aufstellen wollen.“ Da gebe es noch viele Anwendungsmöglichkeiten, die das Unternehmen nach und nach erschließen will. „Dort schlummert für uns ein sehr großes Potenzial“, ergänzte Christoph Küster.

Aber auch die Präsenz in den Sozialen Medien jenseits der B2B-Formate wie Xing oder LinkedIn habe man deutlich erweitert. „Wir sind auf den jüngeren Plattformen wie YouTube, Twitter, Instagram und Facebook vermehrt präsent“, sagte Sandra Küster. Dennoch könne man natürlich nicht wegreden, dass die Automobilindustrie ein riesiger Abnehmer für das Hückeswagener Unternehmen sei. „Und da spüren wir im Moment Gegenwind“, sagte der FInanzvorstand.

Entsprechend könnten die Ergebnisse des abgelaufenen Jahres vermutlich auch nicht an die der sehr erfolgreichen Vorjahre anknüpfen. Vermutlich deswegen, weil das Geschäftsjahr erst mit dem 31. März zu Ende ist. Und das letzte Quartal eines Geschäftsjahres sei bei Klingelnberg immer noch sehr wichtig. „Die Zeiten geben uns die Herausforderungen vor. Und wir werden uns diesen auch stellen“, betonte der Finanzvorstand. Alle neuen Geschäftsbereiche könnten nicht auffangen, was durch die Veränderungen in der Automobilindustrie wegfalle. Über mögliche Konsequenzen, etwa auch für den zweiten Standort in Ettlingen, könne und wolle er aber noch nichts sagen, erklärte Küster. „Zu diesem Thema befinden wir uns derzeit im intensiven Austausch. Wir arbeiten aber auf jeden Fall an entsprechenden Lösungen.“

Der Finanzvorstand sprach sich jedoch deutlich für beide Hückeswagener Werke aus. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Standort und tief verbunden mit der Stadt“, sagte er. Das beruhe auf Gegenseitigkeit, wie sich auch bei der Ehrung der Jubilare zeige. „Wir sehen bei unseren Mitarbeitern eine große Treue zum Unternehmen. Deutlich wird das etwa dadurch, dass wir jedes Jahr eine Vielzahl an wirklich langjährigen Mitarbeitern ehren können“, sagte Christoph Küster. Das sei letztlich auch eine unabdingbare Voraussetzung für ein erfolgreiches Arbeiten an einem Standort wie der Schloss-Stadt, der etwas abseits der großen Industriestandorte im Ländlichen gelegen ist.