Hückeswagen: Farce um ein paar Fledermäuse im Tunnel

Hückeswagen: Farce um ein paar Fledermäuse im Tunnel

Die acht bis zehn Fledermäuse, die im Höhsieper Tunnel ihr Winterquartier bezogen haben, bleiben ein Aufreger-Thema auch für die Kommunalpolitiker in der Stadt. Wobei es nicht die Tiere an sich sind, die für die Aufregung sorgen, sondern die Auflagen des Oberbergischen Kreises zu ihrem Schutz. Das wurde am Dienstagabend im Stadtrat erneut deutlich.

Hans-Jürgen Grasemann und Horst Fink, beide SPD, redeten sich zunehmend in Rage – und bekamen dafür Beifall auch aus anderen Ratsfraktionen. Denn eines ist einhellige Meinung quer durch die Parteien: Wenn die öffentliche Hand sehr viel Geld ausgeben soll, um wenige Fledermäuse zu schützen, wird das Gebot der Verhältnismäßigkeit grob missachtet.

Acht Tiere – 250 000 Euro

Konkret geht es um 250 000 Euro, eine Summe, die der Kreis laut einem Schreiben ans Hückeswagener Rathaus zum Schutz der Tiere im Tunnel für "vertretbar" hält. Mit diesem Geld sollten Trennwände in den Tunnel gesetzt werden, hinter denen die Fledermäuse nach Experten-Meinung ungestört überwintern können, während Biker davor auf dem neu angelegten Radweg zwischen der Hückeswagener Innenstadt und Bergisch Born hin und her pendeln.

Zwischenzeitlich hat die Stadt sich bereits nach einer preiswerteren baulichen Lösung umgesehen. Im Rat war jetzt die Rede von etwa 80 000 Euro Kostenaufwand, also nur noch knapp einem Drittel. Die Suche nach einer noch kostengünstigeren Lösung geht indes weiter.

Für Grasemann ist gleichwohl klar: "Wir dürfen das nicht einfach so hinnehmen, denn es geht so oder so um unverschämt viel Geld. Es kann nicht sein, dass man diesen Unfug aufgedrückt bekommt und sich nicht dagegen wehrt." Das bekräftigte Horst Fink: "Es geht doch nicht um eine Wohnstätte für Heerscharen von Fledermäusen, sondern um gerade mal acht per Gutachten nachgewiesene Tiere, für die der Kreis Trennwände von 200 Metern Länge fordert. Hier wird der Umwelt- und Naturschutz zur Farce." Kein normaler Mensch könne das mehr nachvollziehen.

Ufer: Einigung muss Ziel bleiben

Dazu regte sich im Rat kein Widerspruch. Bürgermeister Uwe Ufer warnte allerdings davor, die Sache erneut hoch kochen zu lassen: "Wenn wir uns nicht einigen, dann wird der Tunnel von Oktober bis März für Radfahrer gesperrt." Er versicherte aber auch: "Wir arbeiten an einer preiswerten Lösung."

(RP)