EvB-Gymnasium Wipperfürth nimmt Selbstlernzentrum in Betrieb

Gymnasium in Wipperfürth : EvB nimmt Selbstlernzentrum in Betrieb

Das neue Selbstlernzentrum mit integrierter Mensa am Engelbert-vom-Berg-Gymnasium in Wipperfürth wurde jetzt nach einer Bauzeit von etwa zwei Jahren eingeweiht. Seit Beginn des neuen Schuljahres wird es genutzt.

Schon von weitem strahlt es in einem kräftigen Rot. Es ist pünktlich zum Schuljahresbeginn fertig geworden – das neue Selbstlernzentrum des EvB-Gymnasiums an der Lüdenscheider Straße, das auch viele Jungen und Mädchen aus Hückeswagen besuchen. Nun wurde das Gebäude feierlich eingeweiht, etwa 100 Gäste waren gekommen. Wipperfürths Bürgermeister Michael von Rekowski freute sich sehr, dass das Projekt nach etwa zwei Jahren Bau- und einer noch längeren Planungszeit endlich in Betrieb genommen werden konnte. „Es war nicht ganz einfach, Ende Juni 2017 wurde der Auftrag nach einer langen Planungsphase endlich an die Firma Fechtelkord & Eggersmann aus Harsewinkel in Ostwestfalen-Lippe erteilt“, berichtete er.

Für von Rekowski ist der Neubau ein zentrales Element des gebundenen Ganztags am städtischen Gymnasium. „Dieser ist ein sinnvolles pädagogisches Konzept – auch nach der Wiedereinführung von G9“, sagte er überzeugt. Der Ganztag sei davon zudem völlig losgelöst zu betrachten. Außerdem betonte er, dass der Neubau ein Bekenntnis der Stadtverwaltung und der Politik an den Schulstandort Wipperfürth sei. „Wir investieren in die Infrastruktur und machen die Schulen so fit für die Zukunft“, versicherte Wipperfürths Bürgermeister. „Wir setzen nach wie vor auf das dreigliedrige Schulsystem aus Hauptschule, Realschule und Gymnasium. Dahinter stehe ich voll und ganz.“

Neben der neuen Mensa, in der schon die Mitarbeiter der Stadtverwaltung zu einem Probe-Mittagessen gesessen hätten, sei das Selbstlernzentrum ein weiterer großer Bestandteil des roten Neubaus, sagte Schulleiter Erhard Seifert. In seiner Rede blickte er auf seine Jugend zurück. „Als ich zwölf Jahre alt war, musste ich mir mein Wissen etwa über die Mondlandung vor 50 Jahren in der Bibliothek zusammensuchen. Heute ist das ganz anders: Den Jugendlichen steht viel mehr Wissen zur Verfügung, auf das sie zugreifen können“, sagte Seifert. Die Herausforderung bestehe nun viel eher darin, die Qualität der Informationsangebote richtig zu filtern. „Um diese Kompetenzen zu vermitteln, braucht es entsprechend Freiräume, in denen auch selbstständig gelernt werden kann“, sagte der Schulleiter. Die gebe es in dem neuen Selbstlernzentrum. Seifert: „Es sind drei Bausteine, die dazu nötig sind: Zeit, Raum und Work-Life-Balance.“ Die Zeit sei durch den gebundenen Ganztag auch in Zeiten von G9 gegeben, der Raum durch den Neubau. „Zur Work-Life-Balance, bei Jugendlichen vielleicht eher als Chillen bekannt, gibt es in unserem Selbstlernzentrum ebenfalls genug Möglichkeiten“, versicherte Seifert.

Ihn freut es sehr, dass die Hansestadt für den Neubau viel Geld in die Hand genommen habe. „Ich bin seit einem Jahr am EvB, zuvor war ich in verschiedenen internationalen Privatschulen“, berichtete Seifert. „Wir haben jetzt hier als öffentliche Schule ein ähnlich hohes Niveau wie an den Privatschulen – das ist in Deutschland nicht selbstverständlich.“

Bevor die Big Band des EvB und das Orchester der kleineren Schüler noch weitere musikalische Beiträge brachten, verlas Inge Mertens-Billmann von der Bezirksregierung in Köln ein Grußwort von Schulministerin Yvonne Gebauer: „Für Lehrer und Schüler am Engelbert-vom-Berg-Gymnasium ist ihre Schule ein Lebensraum, an dem sie viel Zeit verbringen. Durch den Neubau ist die Schule zudem ein Ort des Miteinanders und des gemeinsamen Entdeckens geworden.“

Im Anschluss an die offizielle Feier wurden die Gäste durch den Neubau geführt und konnten sich einen Eindruck von der Qualität des Mensa-Mittagessens verschaffen.

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