Hückeswagens Partnerstadt Etaples im Februar Die längste Strandrennstrecke der Welt

Hückeswagens Partnerstadt Etaples im Februar​ 2024 · Ganz in der Nähe von Hückeswagens Partnerstadt Etaples fand jetzt wieder die „Enduropale“ statt, das weltweit größte Sandbike-Rennen der Welt. Gut 2700 Männer und Frauen starteten auf der 13 Kilometer langen Sandstrecke auf ihren Motorrädern und Quads.

Wenn mehrere Hundert Maschinen bei der „Enduropale“ zeitgleich starten und über den Sandstrand zwischen Le Touquet und Stella-Plage rasen, ist das schon ein faszinierendes Ereignis.

Wenn mehrere Hundert Maschinen bei der „Enduropale“ zeitgleich starten und über den Sandstrand zwischen Le Touquet und Stella-Plage rasen, ist das schon ein faszinierendes Ereignis.

Foto: Imago/Andrä Ferreira

Etwas Lust auf Sonne und Wärme mochte bei den vielen Franzosen, die sich – warm eingepackt – am ersten Februar-Wochenende bei kaltem Wind am Meer einfanden, schon mitspielen: Als vor ihren Augen Fahrer auf ihren Motorrädern in hohem Schwung über Bodenwellen setzten und der Sand bei Wendemanövern meterhoch aufspritzte, da ähnelte das den Rennen zwischen Sanddünen in heißen afrikanischen Wüsten. Die Idee, eine Rallye von Paris über viele Etappen bis ins senegalesische Dakar zu veranstalten, war einst in Frankreich aufgekommen. Seit Einführung dieses Hitze-Marathons ist der motorisierte Geländesport ein Härtetest für die Ausdauer von Menschen und Motoren. Hier am Strand in nördlichen Breiten stellen die gegensätzlichen Wetterbedingungen eine zusätzliche Herausforderung dar.

Der Begriff Ausdauer steckt im französischen Begriff „enduro“, und in Verbindung mit der Côte d‘Opale ergibt dies den Titel eines Wettkampfes, der als „Enduropale“ alljährlich im Winter zwischen Le Touquet bei Etaples und dem Nachbarort Stella-Plage ausgetragen wird. Der Rennfahrer Thierry Sabine und der damalige Bürgermeister des Badeorts, Léonce Deprez, hatten ihn 1975 begründet. Er ist mittlerweile ein Sportereignis, das weit über die Region hinaus die Motorradfans anzieht, denn hier gibt es die längste Strandrennstrecke der Welt.

Insgesamt 600.000 Menschen besuchten an drei Tagen den Badeort, der unweit von Hückeswagens Partnerstadt liegt. Die schnurgerade verlaufende Küstenlinie Richtung Süden bis zur Badestation Stella-Plage bietet, sobald das Watt freiliegt, einen Parcours von 13 Kilometern Länge. Hier können sich Amateurrennfahrer wie Profis in Mut und Geschick messen. Es kommt auf eine hohe Beschleunigung ihrer Maschinen in nassem, zum Teil schwergängigem Boden an. Unfälle sind dabei nicht selten, Knochenbrüche dabei die Regel.

Charakteristisch für die schmal gebauten Motorräder sind ihre auffällig nach oben gebogenen Auspuffanlagen, ausgeprägte Reifenprofile, aber auch eine gute Abfederung. Filme wie die mit Steve McQueen, der auch Motorsportler war, haben Querfeldeinrennen in Europa populär gemacht. Sogenannte Kradräder wurden früher als militärische Melde- und Erkundungsfahrzeuge eingesetzt. Anders als die geländegängigen Motocross-Maschinen, entwickelt für zerklüftetes und steiles Terrain, sind die Enduros auch für den Straßenverkehr zugelassen. Ihr aufdringliches Geknatter ist aus der Geräuschkulisse französischer Ortschaften nicht wegzudenken.

Wegen seiner Eigenschaft als Nutz- und Sportfahrzeug liegt es nahe, dass vor allem junge Menschen ihr „moto“ auch einmal abseits der Straßen ausprobieren wollen. Auf der „Enduropale“ hatten beide, die junge wie die mit ihren Enduros alt gewordene Generation, am „Vintage-Tag“ Gelegenheit, ihre Schätzchen öffentlich zu präsentieren. An die 700 ihrer Oldies starteten am ersten Tag der Veranstaltung, allerdings nur auf einer sechs Kilometer langen Strecke. Wer von den Liebhabern alte Modelle in Augenschein nehmen wollte, konnte im Kongresspalast von Le Touquet an die 30 dieser antiken Exemplare besichtigen. So erzielte bei der anschließenden Auktion eine Honda 550 CR den Ersteigerungsrekord von 10.000 Euro.

2700 Teilnehmer, Frauen wie Männer, kämpften um die Trophäen der 48. Ausgabe der „Enduropale“, bei  der übrigens auch Quads um die Wette fahren. Sie fand ihren Höhepunkt mit dem Start zum Hauptrennen am Sonntagmittag, als vor der begeisterten Menge das Gedröhne von mehr als 1000 Maschinen den weiten Strand beherrschte. Alles Meeresgetier war da längst geflüchtet, verflogen vielleicht auch mancherlei Bedenken über die enorme Umweltbelastung mit Lärm und Gestank. Die Veranstalter versicherten jedoch, dass für die Tiere Rückzugsräume bestünden.

Dass sich wenigstens die Abgase der motorisierten Maschinen rasch wieder verzogen, dafür hatte auch eine anhaltende steife Brise aus Südwest gesorgt, die an diesen kalten Februartagen über die Küste wehte.

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