Erster Schultag in Hückeswagen: Tamina Grosalski ist startklar.

Schulanfang : i-Dotz Tamina kann es kaum erwarten

Es gibt nur einen ersten Schultag im Leben, und der will gut vorbereitet sein. Tamina Grosalski hat zusammen mit ihrer Mutter bereits ein ganzes Arsenal an Stiften und Heftern für den großen Tag besorgt.

Tamina Grosalski wirft die Hände in die Luft und ruft laut „Juchu!“. Die Sechsjährige freut sich schon seit Wochen auf den ersten Schultag. Zusammen mit ihrer Mutter hat sie die Ferien über all die Filz und Buntstifte, Schnellhefter und Zeichenblöcke besorgt, die sie ab Donnerstag brauchen wird. Auch ihre Eltern sind froh, wenn Tamina ihren Wissensdurst endlich stillen kann. „Als Mutter weiß ich auch nicht mehr, für uns ist das genauso aufregend wie für die Kinder“, sagt Rebecca Grosalski, Taminas Mutter.

„Soll ich mal meinen Tornister holen?“, fragt Tamina aufgeregt, springt ohne auf die Antwort zu warten vom Stuhl und läuft ins Haus. Wieder zurück zeigt sie stolz ihren blau-türkisen Tornister und den dazu passenden kleinen Rucksack für die Sportsachen. 220 Euro hat das Set, in dem auch ein Federmäppchen enthalten ist, gekostet. „Dafür soll er auch vier Jahre halten“, sagt Taminas Mutter und ergänzt: „Erst hatten wir einen im Internet ausgesucht, der passte im Geschäft aber nicht“. Der Tornister hat auf der Forderseite eine Klettfläche für einen Anstecker. „Das ist jetzt im Trend, so kann man die Motive wechseln“, erklärt Rebecca Grosalski. Für den Anfang wird eine Prinzessin den neuen Tornister zieren.

Im ersten Schuljahr wird Tamina täglich vier Stunden Unterricht haben, bis 11.30 Uhr. Damit Rebecca Grosalski wieder in Teilzeit arbeiten gehen kann, besucht Tamina die „Verlässliche“, eine Betreuung bis 13.15 Uhr. „Der Ganztag geht gleich bis 16 Uhr, das war uns für den Anfang zu lang“, sagt sie. Den Schulweg wird Tamina zu Fuß bestreiten, der Weg startet gleich hinter dem Haus. „Wir haben den Weg auch schon geübt“, sagt Groalski. Eine große Straße, die B237, muss Tamina auf dem Weg zur Löwen-Grundschule überqueren. Auch mögliche Geräte zur Überwachung haben Taminas Eltern diskutiert, sich am Ende aber dagegen entschieden. „Man muss auch loslassen können.“

Damit Rebecca Grosalski weiß, was sie für den Schulstart ihrer Tochter besorgen muss, hat sie von der Löwengrundschule eine Liste mit 25 Punkten bekommen. Mit Federmäppchen, Lineal, Radiergummi geht es los, auch die acht verschiedenfarbigen Schnellhefter sind noch nichts ungewöhnliches. Spannend wird es beim Schreiblernheft DIN A5, Lineatur 0, Querformat mit Häuschen, farblich hinterlegt. „Das ist zum üben der Buchstaben“, erklärt Grosalski. Damit der Einkauf nicht zum Rätsel wird, hat die Buchhandlung in Abstimmung mit der Schule ein Paket geschnürt. „Da ist direkt genau das Richtige drin“, sagt Rebecca Grosalski. Der wichtigste Hinweis steht am Fuß der Liste: Jedes Teil, jeder Stift, Anspitzer und Radiergummi soll mit dem Namen des Kindes beschriftet werden. „Dafür haben wir uns so kleine Sticker im Internet bestellt“, verrät sie und hält einen großen Buntstift hoch, auf dem gut sichtbar „Tamina“ steht.

Was Kinder und Eltern am Donnerstag erwartet, wurde bereits gut durchgeplant. „Um 8.15 Uhr ist der Gottesdienst in der Pauluskirche, ab 9 Uhr wird dort die Einschulung gefeiert“, erzählt Taminas Mutter. Zur Feier würden aber alle Kerzen gelöscht, die Kirche soll eine reine Versammlungsstätte sein, ohne jemanden religiös auszugrenzen. Im Anschluss geht es zur Schule und die Kinder lernen ihre Klassenräume kennen. Währenddessen sind die Eltern unter sich. „Um 11.30 Uhr wollen wir dann mit den Großeltern, zwei Onkeln und einer Tante von Tamina essen gehen“, sagt Grosalski. „Dann ist aber Schluss, denn schließlich ist am nächsten Tag Schule.“

Das Einzige, was Tamina noch nicht kennt, ist ihre Schultüte. Das bleibt bis zum ersten Schultag ein Geheimnis. Gewünscht hat sich Tamina was in türkis und mit einem Einhorn drauf. „Wir wissen ja noch gar nicht, ob es eine geben wird“, sagt ihre Mutter augenzwinkernd.

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