Hückeswagen: Erste Flüchtlinge ziehen an der Peterstraße ein

Hückeswagen: Erste Flüchtlinge ziehen an der Peterstraße ein

Weil das Übergangsheim An der Schlossfabrik aufgrund eines Wasserschadens derzeit nicht bewohnbar ist, hat die Stadt die ersten elf Flüchtlinge im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Firma Bêché & Grohs untergebracht. Sie will nun anderen angemieteten Wohnraum abstoßen.

Weil das Übergangsheim An der Schlossfabrik aufgrund eines Wasserschadens derzeit nicht bewohnbar ist, hat die Stadt die ersten elf Flüchtlinge im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Firma Bêché & Grohs untergebracht. Sie will nun anderen angemieteten Wohnraum abstoßen.

Als 2015 auch Hückeswagen unter dem Ansturm von Flüchtlingen ächzte und die Stadtverwaltung händeringend Wohnraum suchte, mietete sie das Gebäude Peterstraße 69-77 an. Dort, wo bis zur Insolvenz 1997 die Verwaltung des Unternehmens Bêché & Grohs untergebracht war, ließ sie Wohn-, Sozial- und Sanitärräume für bis zu 90 Menschen einrichten. 16 Monate standen die Räume seither leer - nur für die dort angebotenen Deutschkurse wurden einige genutzt. Jetzt sind die ersten Bewohner eingezogen.

Die drei Familien aus dem Irak, Ghana und Nigeria mit insgesamt elf Personen mussten aus dem Übergangsheim An der Schlossfabrik an die Peterstraße umziehen. Der Grund ist ein größerer Wasserschaden in dem ehemaligen Baucontainer, den die Stadt ebenfalls Ende 2015 angemietet hatte. "Dort können Männer und Frauen nicht mehr getrennt duschen", sagt Fachbereichsleiter Michael Kirch im Gespräch mit unserer Redaktion. Weil der Rohrbruch erst in sechs bis acht Wochen behoben sein wird, zogen die drei Flüchtlingsfamilien in Abstimmung mit dem Regionalen Gebäudemanagement an die Peterstraße.

"Wir wollen diese Unterkunft jetzt beleben", berichtet Kirch. "Und auch dazu übergehen, angemietete Wohnungen wieder abzugehen." Allerdings nur dann, wenn es nicht wieder eine solche Zuweisung gibt wie 2015, als die Stadt zur Hoch-Zeit der Flüchtlingskrise 289 Menschen zu betreuen hatte. Aktuell sind in Hückeswagen 108 Flüchtlinge untergebracht, wovon die Stadt 91 betreut. Bei den übrigen 17 läuft momentan das Asylverfahren oder ist bereits abgelehnt.

Für Letztere ist laut Kirch nun das Jobcenter zuständig und damit auch bei der Vermittlung von Wohnungen. Das aber übernehmen Mario Moritz und Deike Schütte von der Stadt. "Wir müssen das rechtlich nicht machen, das ist aber unsere Philosophie", stellt Kirch klar. "Damit unterscheiden wir uns von anderen Kommunen."

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Das gilt etwa auch für eine der drei Familien, die jetzt an die Peterstraße umgezogen sind. Die Iraker sind laut Sabine Erxleben vom Fachbereich Soziales anerkannte Flüchtlinge und könnten sich somit nach einer eigenen Wohnung umschauen. "Das ist in Hückeswagen zurzeit aber schwer", hat sie festgestellt. "Denn der Wohnungsmarkt ist leer."

Einige der derzeit angemieteten Wohnungen will die Stadt vorerst aber behalten. Sie will versuchen, die jeweilige Wohnung an eine andere Flüchtlingsfamilie weiterzugeben, wenn die jetzigen Mieter ausziehen. "Dazu muss aber der Vermieter mitspielen", betont Erxleben. Auch müsse die Quadratmeterzahl passen, "damit das Jobcenter die Mietkosten übernimmt", unterstreicht der Fachbereichsleiter.

In einem Fall haben sich jetzt zwei Iraker und ein Syrer, alle Anfang 20, zu einer Wohngemeinschaft zusammengeschlossen. Gab es früher häufiger Streit unter Flüchtlingen, hätte sich das Verhalten der jungen Männer, die bereits seit drei, vier Jahren hier seien, teilweise geändert: "Sie sind toleranter geworden." Und Kirch bestätigt: "Die Integration bei uns ist auf dem richtigen Weg."

In den beiden nächsten Wochen werden der Stadt insgesamt zehn weitere Flüchtlinge zugewiesen, die dann für drei Jahre verpflichtend hier leben müssen. "Wir wissen aber erst zwei Tage vorher, welche Konstellation wir zu erwarten haben", sagt Erxleben und meint damit, ob es sich um Familien oder allein reisende Männer handelt. Dementsprechend werden sie auf die Unterkünfte aufgeteilt.

(büba)