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Hückeswagen: Erneut Sperrmüll illegal in der Natur entsorgt

Hückeswagen : Erneut Sperrmüll illegal in der Natur entsorgt

Beim Walken entdeckte der Arzt Werner Fabig im Bereich der K 5 gleich mehrere wilde Müllkippen.

Ob sich da jemand ein lauschiges Plätzchen unterhalb einer Tanne nahe des Windrads an der K 5 bei Röttgen schaffen wollte? Wohl kaum. Die ausrangierte Unterlage entdeckte Werner Fabig am Sonntag bei seiner Walking-Runde - und es sollte nicht sein einziger Fund von illegal entsorgtem Sperrmüll sein: Am Parkplatz Mul an der Grüne Straße liegt ein auseinandergenommener Kleiderschrank, kurz hinter der Einfahrt zur Erddeponie Großenscheidt ein Satz Räder im Gebüsch.

Fabig: "Über die vielen Flaschen und sonstigen Verpackungsmüll mag ich gar nicht erst reden." Der Allgemeinmediziner fragt: "Warum kann man, was man voll von zu Hause mitnimmt, nicht leer auch wieder nach Hause bringen und in der Mülltonne versenken?" Und dann rege man sich auf, wenn die Gebühren stiegen, weil all der Unrat von Angestellten der Kommunen kostenpflichtig entsorgt werden müsse. Den illegal entsorgten Müll wird jetzt der Bauhof aufsammeln; Roland Kissau vom Ordnungsamt wird ihn darüber informieren.

Foto: Werner Fabig

"Ich verstehe nicht, warum man das tut", sagte Fabig. "Sperrmüll ist kostenfrei und jederzeit bestellbar." Das bestätigt Christoph Rösgen, Leiter Abfallwirtschaft des Bergischen Abfallwirtschaftsverbands (BAV): "Dafür muss nur eine der vier mit dem Abfallkalender gelieferten Karten oder eine E-Mail an den BAV geschickt werden." Innerhalb von drei Wochen wird der Sperrmüll abgeholt. Feste Abfuhrtermine gibt es nicht mehr. "Früher sind dann manche Leute herumgefahren, hatten sich das Beste herausgesucht und den Rest auf der Straße verteilt", berichtete Kissau.

Sollte jemand bei der illegalen Entsorgung erwischt oder kann ihm das nachgewiesen werden, kommen auf ihn die Kosten für den Bauhof-Einsatz und ein Bußgeld in Höhe zwischen 20 und 1000 Euro zu. Kissau hat dafür ein Beispiel: Vor einigen Jahren wurde in einem Wald bei Mickenhagen die Einrichtung eines Wohnmobils entdeckt. "Daraufhin habe ich bei den Campingplätzen an der Bever-Talsperre nachgefragt", erzählte Kossau. Er wurde fündig: Jemand erkannte die Wohnwagen-Ausstattung eines Campers wieder, der kurz zuvor seinen Platz geräumt hatte. Der Mann musste ein Bußgeld von etwa 300 und Bauhofkosten von 500 Euro entrichten.

(büba)