1. NRW
  2. Städte
  3. Hückeswagen

Erfolgreiche Leader-Förderung in Hückeswagen

Fakten und Hintergründe : Erfolgreiche Leader-Förderung in Hückeswagen

Mit dem EU-Förderprogramm soll der ländliche Raum gefördert werden. Noch können Anträge gestellt werden.

Noch bis Ende 2021 können Projekte durch das Leader-Programm gefördert werden. Die Europäische Union hat das Programm Anfang der 1990er Jahre eingerichtet, um dezidiert den ländlichen Raum zu fördern. Für Hückeswagen ist der Verein Leader Bergisches Wasserland zuständig, außerdem kümmern sich die Regionalmanager auch um sieben weitere Kommunen im Oberbergischen und Rheinisch-Bergischen Kreis. Neben der Schloss-Stadt sind das Marienheide, Radevormwald und Wipperfürth sowie Burscheid, Kürten, Odenthal und Wermelskirchen. Bei Informationstreffen in den Kommunen haben die Regionalmanager Werbung für die Fördermöglichkeit gemacht, zuletzt im Dezember in Hückeswagen. Damals waren noch 450.000 Euro im Fördertopf, Zuwendungsbescheide für die aktuelle Förderperiode können noch bis Ende des kommenden Jahres erteilt werden.


Was wurde im Bergischen Land bereits gefördert? Die Vielfalt der Projekte ist groß. Etwa zwei Millionen Euro an Leader-Mitteln wurden bisher in der Region in Anspruch genommen. Dabei sind sowohl Projekte, die zwar bereits 2016 ausgewählt wurden, aber noch nicht umgesetzt sind. Etwa das Projekt „Ku(h)rios“ der Biologischen Station Oberberg, bei dem Schulklassen ab dem Frühjahr dieses Jahrs Unterrichtsmodule buchen können, um Einblicke in Landwirtschaft und Kulturlandschaft gewinnen können. Aber auch bereits beendete Projekte wie das Projekt „Sinnliche Technik-MINT“ des 3-Städte-Depots in Hückeswagen oder die behindertengerechten Fahrraddraisinen auf der Wuppertalbahn von Beyenburg nach Radevormwald.
Wie verlief die Umsetzung des MINT-Projekts in Hückeswagen? Albrecht Nunn, Vorsitzender des 3-Städte-Depots, ist zufrieden. „Es war ein langer Prozess, durch den wir aber von den beiden Regionalmanagern sehr gut geführt wurden.“ Der Weg habe über mehrere Instanzen bis zur Genehmigung geführt. Angeschafft wurden für zirka 10.300 Euro acht MINT-Arbeitsplätze, an denen technische und physikalische Experimente von Kindern und Jugendlichen vorgenommen werden können. „Wir haben dieser Tage eine Vorstandssitzung, in der wir darüber beraten, wie es weitergehen wird“, sagt Nunn. Durch Leader vorgeschrieben seien drei Jahre der Nutzung nach der Projektbeschreibung. „Im April starten die ersten technischen Bildungskurse in Zusammenarbeit mit der VHS“, sagt Nunn. „Wir sind sehr stolz und glücklich, dass wir dieses Projekt trotz seiner komplexen Struktur so schnell haben umsetzen können.“


Wie ist der Stand beim ATV? Der Sportverein will einen behindertengerechten Zugang zu seiner Halle auf dem Fürstenberg schaffen. Im Moment sind dort noch einige Stufen zu überwinden – oder aber ein geschotterter Anstieg daneben. Beides ist nicht gerade barrierefrei. „Der Antrag ist eingereicht, und das schon seit einiger Zeit“, sagt ATV-Vorsitzender Jörg von Polheim. Aber es sei wegen der deutlich gestiegenen Kosten eine Ergänzung zu diesem Antrag nötig geworden. „Der liegt auch bei der Bezirksregierung, und ich gehe von einer schnellen Bewilligung aus. So können die nötigen Bauarbeiten für einen 46 Meter langen Weg rechts von der Halle hoffentlich noch in diesem Jahr angegangen und umgesetzt werden“, sagt von Polheim.


Wie lange kann man sich noch bewerben? Ursprünglich hieß es, dass die Zeit dränge, denn der vermeintlich letzte Aufruf für Bewerbungen sollte mit dem 14. Februar enden. „Eigentlich geht die Förderperiode von 2014 bis 2020. Allerdings wurde jetzt von der Landesregierung entschieden, Anträge bis zum 31. Dezember 2021 zu bewilligen“, sagt Regionalmanager Martin Deubel. „Das ist gut, weil wir dann auch vermutlich noch zwei weitere Informationsrunden nach den Sommerferien veranstalten können.“ Und weil die etwa 20 Projekte, die derzeit an ihren Anträgen arbeiteten, mehr Zeit dafür hätten.

Die Projektideen, die jetzt bis zum 14. Februar beim Verein eingegangen sind, werden in der Vorstandssitzung von Leader Bergisches Wasserland am 2. April geprüft. Die förderungswürdigen Projekte werden dort auch ausgewählt. „Bewerbungen sind zum Stichtag schriftlich und per E-Mail an die Geschäftsstelle in Burscheid zu richten“, sagt Martin Deubel. Er und seine Kollegin Céline Zahn würden auch kurzfristig für Beratungen zur Verfügung stehen.


Wie geht es nach 2020 mit Leader weiter? Die gute Nachricht ist: „Gerade wurde entschieden, dass es in NRW auch nach 2020 weiterhin Leader-Förderungen geben wird“, sagt Martin Deubel. Allerdings sei die Entscheidung nur grundsätzlich dafür gefallen. Schließlich sei NRW ein großes Bundesland mit vielen Regionen. „Ob es künftig auch für eine weitere Förderperiode die Leader-Region Bergisches Wasserland geben wird, ist noch nicht entschieden. Diesbezüglich wird jetzt beraten, das Ergebnis ist derzeit noch vollkommen offen.“