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Hückeswagen: Energiewende: "Ohne Bürger geht es nicht"

Hückeswagen : Energiewende: "Ohne Bürger geht es nicht"

Das Ziel ist verkündet und der Zeitraum definiert: Energieautark wollen die Kommunen im Versorgungsgebiet der Bergischen Energie und Wasser GmbH (BEW) werden – und das möglichst bis zum Jahr 2050. Mit anderen Worten: Sämtliche Energie, die in den drei Städten verbraucht wird, soll in Zukunft auch vor Ort erzeugt werden. Wobei die drei Städte Hückeswagen, Wermelskirchen und Wipperfürth dabei ausschließlich auf erneuerbare Energien setzen.

Auch die benachbarte Region, das bergische Städtedreieck Wuppertal, Solingen und Remscheid, hat ähnliche Ziele formuliert. Auf dem Kongress "Hundertprozentig Erneuerbar" an der Bergischen Universität Wuppertal – neben dem Gastgeber veranstaltet von der Bergischen Entwicklungsagentur, der Kreishandwerkerschaft Wuppertal, dem Wuppertal Institut und dem Wupperverband – trafen sich jetzt Experten zum zweiten Mal nach 2011 zum Erfahrungsaustausch.

Ufer: "Meilen vom Ziel entfernt"

Ein Redner beim Kongress war Bürgermeister Uwe Ufer. Sein Vortrag stand unter der Überschrift "Energiewende auf kommunaler Ebene am Beispiel Hückeswagen". Aus der Sichtweise der BEW referierte Ufer über die Ziele und die Herausforderungen, die die Energiewende vor Ort mit sich bringt. Seine zentrale Botschaft: "Ohne die Bürger geht es nicht." Tatsächlich wurden im Jahr 2009 gerade einmal drei Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien erzeugt. "Wir sind noch Meilen von unseren Ziel entfernt", gab Ufer zu, um dann aber zu ergänzen: "Wir wollen beharrlich am Ball bleiben. Wir müssen jedoch das Herz der Bürger erreichen, dann sind sie auch bereit, ein wenig mehr auszugeben".

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Mehr Power durch neue Anlagen

Bezogen auf die einzelnen Energieträger ist Ufer vor allem beim Thema Windenergie optimistisch. So werde das so genannte Repowering bestehender Anlagen (Ersetzen des alten Windrades durch ein neues mit einem höheren Wirkungsgrad) eine höhere Erzeugungsleistung bringen. Auch über die Errichtung von neuen Anlagen wird nachgedacht. Ausbaufähig sind nach einem Gutachten auch noch die Photovoltaik und die Biomasse. Die Wasserkraft sei jedoch weitestgehend ausgeschöpft.

Ausdrücklich betonte Ufer, dass Autarkie nicht bedeute, an den Stadtgrenzen virtuelle Mauern hochziehen und sich damit von den anderen Netzen abzukoppeln. "Das Ziel ist letztendlich eine rechnerische Größe." Der Bundespolitik stellte Ufer ein ausdrücklich schlechtes Zeugnis aus: "Wenn man in diesen Tagen mit den Bürgern spricht, merke ich vor allen Dingen eines – sie sind durch den Zickzackkurs der Bundesregierung verunsichert."

(nob)