Ansichtssache: Emotionen herausnehmen und aufeinander zugehen

Ansichtssache: Emotionen herausnehmen und aufeinander zugehen

Der Schul-Tausch wurde in dieser Woche zum Schlagabtausch zwischen Realschulleiterin und SPD. Und auch Islandtafel und Initiative Foodsharing waren sich irgendwie nicht ganz grün.

Die Emotionen beim Thema "Schul-Tausch" kochen weiter hoch. Davor ist auch eine Realschulleiterin nicht gefeit. In ihrer Stellungnahme zur Sonderratssitzung spart Christiane Klur nicht mit harrschen Worten an die Adresse der SPD. Dabei ging es unter anderem darum, dass eine Aussage der Sozialdemokraten für eine Verunsicherung der Eltern geführt habe. Dabei hätten diese dazu keinen Anlass gehabt.

Fakt ist: Die SPD hatte im Oktober einen Vorschlag gemacht, bei dem es gewissermaßen um die Einführung einer "Sekundarschule light" ging. Der Vorschlag der SPD - und um nichts anderes handelte es sich damals - war, die Hauptschule aufzulösen und integrativ in die Realschule einzubinden. Im fünften und sechsten Schuljahr sollte bei diesem Schulmodell, das laut Fraktionschef Hans-Jürgen Grasemann für Rösrath bereits genehmigt worden ist, ein gemeinsamer Unterricht stattfinden, ab dem siebten Schuljahr sollte dann differenziert werden. Diese Idee fand jedoch bei der Ratsmehrheit keinen Anklang und wurde daher abgelehnt.

Richtig ist zwar, dass die Leitungen von Real- und Hauptschule sowie der Bürgermeister nach verschiedenen Gerüchten unter den Eltern dann Anfang Februar per Pressemitteilung deutlich machten, dass beide Schule eigenständig bleiben. Aber das kann nicht der SPD angelastet werden. Ihr Vorstoß war lediglich ein Vorschlag, der im Rat zudem keine Chance auf Realisierung hatte. Es war vielmehr der Fehler der Eltern, die sich über die falschen Kanäle informiert hatten.

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Es liegen weiterhin keine verlässlichen Zahlen vor, die für Klarheit beim Schul-Tausch sorgen. Die Verunsicherung der Hückeswagener bleibt groß. Da ist es wenig ratsam, wenn sich die Befürworter und Gegner auch noch in aller Öffentlichkeit an den Pranger stellen. Es muss einfach mehr Ruhe in die Sache hinein, und die Emotionen müssen heraus.

Beinahe aneinandergeraten wären diese Woche auch die Islandtafel und die Initiative Foodsharing. Die ehrenamtlichen Helfer der Tafel fühlen sich benachteiligt, weil sie seit geraumer Zeit von einem Supermarkt deutlich weniger Obst und Gemüse gespendet bekommen, das die den Bedürftigen unter ihren Gästen mitgeben können. Als Verantwortliche machten sie die "Lebensmittelretter" aus - eine Gruppe, die es seit einem Jahr in Hückeswagen gibt und die verhindern will, dass Lebensmittel weggeworfen werden. Das Problem scheint jedoch unter anderem an Kommunikationsschwierigkeiten zwischen dem Supermarkt und den Abholern der Islandtafel zu liegen.

Immerhin besteht die Hoffnung auf eine Zusammenarbeit von Tafel und Initiative - beide Seite wollen aufeinanderzugehen. Vielleicht können sie so ein gutes Beispiel für die Gegner beim Schul-Tausch sein.

(büba)