Hückeswagen: Eltern zahlen mehr für Kinder in der OGS

Hückeswagen : Eltern zahlen mehr für Kinder in der OGS

Zum neuen Schuljahr steigen die Beiträge, die Eltern bezahlen müssen, wenn ihre Kinder die Offene Ganztagsgrundschule (OGS) besuchen. Darauf haben sich die Kommunalpolitiker im Schulausschuss in dieser Woche verständigt. Der Ratsbeschluss, der es absegnen muss, ist nur noch eine Formsache.

Nach Unterlagen der Verwaltung werden die Beiträge, die nach der Höhe des Familieneinkommens gestaffelt sind, um zwei bis acht Euro monatlich angehoben. Das entspricht in etwa sechs Prozent. Die Beiträge liegen dann, je nach Familieneinkommen, zwischen 20 und 150 Euro im Monat.

Auch das zweite Kind kostet jetzt

Neu ist, dass künftig Eltern auch dann zahlen müssen (den untersten Satz von 20 Euro), wenn ihr Jahreseinkommen nur im Bereich bis 12 000 Euro liegt, also bei maximal 1000 Euro im Monat. Mithin zahlen künftig — theoretisch — auch Hückeswagener Familien, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (Hartz IV) beziehen. Sie waren bisher vom Elternbeitrag befreit — auf Kosten der Stadt. Die überträgt das Problem nun elegant auf den Oberbergischen Kreis, wie es andere Städte und Gemeinden schon länger handhaben. Heißt: Eltern mit einem Jahreseinkommen bis 12 000 Euro können einen Antrag ans Kreisjugendamt stellen, das dann verpflichtet ist, ihren Elternbeitrag zu übernehmen. Damit bleibt für Mütter und Väter der OGS-Besuch ihrer Kinder weiterhin kostenfrei.

Neu ist auch, dass künftig Elternbeiträge auch für das zweite Kind einer Familie in der OGS fällig werden. Bislang war für sie nichts zu zahlen. Diese neuen Beiträge liegen, wieder gestaffelt nach Familieneinkommen, zwischen zehn und 80 Euro im Monat.

Zu den monatlichen Elternbeiträgen kommt noch das Geld für das Mittagessen in der Offenen Ganztagsgrundschule. Das kostet im Schnitt 2,50 Euro pro Schultag und Kind. Die Preise sind von Schule zu Schule leicht unterschiedlich.

Das kostet's konkret

Ein Rechenbeispiel, festgemacht an einer Durchschnittsfamilie mit einem Jahreseinkommen zwischen 36 000 und 48 000 Euro und zwei Kindern in der OGS: Die Elternbeiträge addieren sich auf 111 Euro im Monat (91 fürs erste, 20 fürs zweite Kind). Hinzu kommen Essenskosten von rund 100 Euro. Insgesamt kostet die Offene Ganztagsgrundschule die Familie für zwei Kinder 211 Euro pro Monat.

Unbürokratisch helfen, die Kosten zu senken, kann der von der Hückeswagener Anwältin Karin Wroblowski gegründete Verein "Junges Gemüse". Er übernimmt einen Teil der Finanzierung des Mittagessens für Kinder aus Familien mit niedrigem Einkommen, so dass die Eltern nur noch einen Euro pro Mahlzeit zahlen müssen. Der aus Spenden finanzierte Verein zahlt aktuell das Essen für über 50 OGS-Kinder mit.

(RP)
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