Hückeswagen: Eltern bemängeln Schulsport-Misere

Hückeswagen: Eltern bemängeln Schulsport-Misere

2009 hat die Grundschule in Wiehagen ihr zehnjähriges Bestehen gefeiert. Der dringlichste Geburtstagswunsch von Schülern, Eltern und Lehrern blieb unerfüllt – und ist es immer noch: Seit nunmehr elf Jahren ist die Schule ohne eigene Turnhalle, obwohl die Planungen dafür fast genauso alt sind.

Nun hat die Elternpflegschaft nochmals die Initiative ergriffen und einen Brief an Bürgermeister Uwe Ufer geschrieben. "Wir hoffen auf ähnlich großen Einsatz für die Kinder wie für die Ausrichtung des NRW-Tages 2013", schreibt die Elternpflegschaft.

Allerdings ist der Bürgermeister nur mittelbar der Ansprechpartner für die Eltern: Bauherr und Träger der Turnhalle in Wiehagen wird nicht die Stadt sein, sondern die Rehabilitations- und Behindertensportgemeinschaft (RBS). Genauer eine von ihr gegründete gemeinnützige GmbH, auf die per Erbbaurechts-Vertrag das städtische Grundstück neben der Schule übertragen wird. Diese Konstruktion wurde gewählt, weil nur so Fördermittel von der "Aktion Mensch" beantragt werden können, ohne die die Halle nicht zu finanzieren ist. Dennoch sieht die Elternpflegschaft die Stadt in der Verantwortung, da ist sie Schulträger ist.

Die Eltern schildern das Problem so: Zum Sportunterricht müssen die Kinder mit Bussen zur Mehrzweckhalle im Brunsbachtal gefahren werden. Wegen der Hin- und Rückfahrt bleibt von der Doppelstunde nur eine Unterrichtsstunde übrig, in der Sport getrieben wird. Die vom Land geforderten drei Sportstunden pro Woche sind praktisch nicht möglich.

Verschärft habe sich die Situation noch, weil die Busfahrer angewiesen sind, die Kinder nicht mehr direkt an der Mehrzweckhalle abzusetzen, sondern weiter unterhalb an den Schulbushaltestellen mit Absperrgittern. Der dadurch erforderliche Fußweg verkürze die verbleibende Zeit für den Sportunterricht weiter. Hier hoffen die Eltern, dass die Stadt Abhilfe schaffen kann. Abschließend unterstreichen sie im Brief an Ufer ihr Anliegen so: "Für diese (Red.: die Kinder) ist der Sportunterricht von erheblicher Bedeutung und jede Minute, die wegfällt, eine Katastrophe, zumal nur zwei Stunden Sport wöchentlich möglich sind."

(RP)