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Elektroschrott geht zum Discounter, bislang kein Bedarf in Hückeswagen

Angebot gilt auch für Hückeswagen : Elektroschrott geht jetzt zum Discounter

Seit dem 1. Juli können defekte Elektrokleingeräte auch in Supermärkten abgegeben werden, wenn es auch eine Einschränkung bei der Größe der Geräte gibt. In Hückeswagen wird das neue Angebot bislang kaum genutzt.

Die Gesetzesänderung ist bereits seit Jahresbeginn durch, aber der breiten Öffentlichkeit ist sie erst zur Jahresmitte am 1. Juli bekanntgegeben worden: Nach der Erweiterung des Paragrafen 17 des Elektrogesetzes sind seitdem auch Supermärkte und Discounter mit einer Verkaufsfläche von mindestens 800 Quadratmetern dazu verpflichtet, alte und defekte Elektrogeräte zurückzunehmen und der Entsorgung zuzuführen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Geräte dort auch gekauft worden sind. Es gibt allerdings eine Einschränkung, im Gesetzestext heißt es dazu, dass keine „äußere Abmessung größer als 25 Zentimeter“ sein darf.

In der Schloss-Stadt gilt diese Gesetzesänderung natürlich auch, genutzt wird sie allerdings kaum bis gar nicht. Ein Grund mag sein, dass die Hückeswagener ihren Elektroschrott schon seit jeher kostenfrei am Wertstoffhof An der Schlossfabrik entsorgen können. Das denkt auch Marcus Byhan, Leiter des Edeka-Markts auf Wiehagen. „Bei uns wird das Angebot bislang nicht genutzt“, sagt er. Im Keller des Markts stehe aber eine Entsorgungsbox bereit – wasserdicht, genau beschrieben und abgeschlossen. „Damit nichts austreten kann, was eventuell umweltschädlich ist.“

 In solche Behälter des BAV können schon seit geraumer Zeit an verschiedenen Stellen in Hückeswagen ausrangierte Elektrokleingeräte entsorgt werden.
In solche Behälter des BAV können schon seit geraumer Zeit an verschiedenen Stellen in Hückeswagen ausrangierte Elektrokleingeräte entsorgt werden. Foto: BAV
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Er findet die Gesetzesänderung grundsätzlich nicht schlecht, sieht es allerdings als eine weitere Dienstleistung, die auf den Handel übertragen werde. „Wir machen es, aber werden es nicht unbedingt groß bewerben“, betont Byhan. Bevor die Geräte einfach irgendwo landen würden, sei es allemal besser, wenn sie abgegeben werden könnte. „Die Edeka wird vermutlich Plakate und Handzettel mit dem Angebot verteilen. Die sind aber noch nicht bei uns angekommen“, sagt Byhan. Konkret gehe es aber nur um die Kleingeräte, wenn jemand mit einer alten Waschmaschine oder einem Fernseher komme, müsse er ihn leider wegschicken „Wenn jetzt der kaputte Fön aber 27 Zentimeter lang ist, nehmen wir den natürlich auch“, versichert Byhahn.

Auch beim benachbarten Penny Markt gibt es noch keine Erfahrungswerte mit zurückgebrachten Elektrokleingeräten, sagt Marktleiter Deniz Savvoulidis. Ein Schild an der Pinnwand im Kassenbereich informiert die Kundschaft zwar über das neue Angebot im Rahmen der Änderung des Elektrogesetzes. „Bei uns war aber noch kein Kunde, der seine Geräte zurückgeben wollte. „Bei Großgeräten, etwa Fernsehern oder Kaffeevollautomaten, gilt die 1:1-Regel – also nur bei uns gekaufte Geräte können auch hier wieder abgegeben werden“, betont Savvoulidis. Ansonsten hätten die Kassenkräfte die Anweisung, dass nur Geräte angenommen werden dürfen, die auf dem Scannerfeld der Kasse Platz finden – die praktische Umsetzung der 25-Zentimeter-Einschränkung. „Das ist letztlich auch Ermessensfrage. Wenn ein Gerät ein klein wenig breiter ist, nehmen wir es auch. Wir haben im Lager einen Rollcontainer, auf dem die defekten Geräte gelagert werden, bis sie entsorgt werden“, sagt der Leiter.

Die Mitarbeiter im Aldi-Markt an der Alten Ladestraße sind bereits durch die entsprechende Schulung für die möglicherweise anstehenden Rückgaben vorbereitet. Auch im Lager stünden die entsprechenden Behälter bereit, erzählt eine Mitarbeiterin. „Aber angenommen wurde das Angebot bislang auch noch nicht“, sagt sie weiter. Grundsätzlich würde auch hier die gleiche Regelung wie in allen anderen Supermärkten gelten. „Wir nehmen alle Elektrokleingeräte bis zu einer Kantenlänge von 25 Zentimetern, größere Geräte müssen indes bei einem Aldi-Markt – nicht unbedingt in der Filiale, in der man sie zurückgeben möchte – gekauft worden sein“, sagt die Mitarbeiterin. Das Angebot werde sich voraussichtlich von alleine herumsprechen, denn auf entsprechende Beschilderung hat man bei Aldi verzichtet.

Auch beim Rewe-Markt am Etapler Platz gilt die entsprechende Regel – auch wenn es im Markt praktisch keine Elektrogeräte gibt, höchstens einmal einen Toaster, wie ein Mitarbeiter sagt. Ein entsprechendes Schild mit den Erklärungen rund um das neue Angebot hängt im Eingangsbereich des Supermarkts. Aber auch wenn man im Rewe-Markt bereit für die Abgabe der Elektrokleingeräte ist – auch hier gilt: maximal 25 Zentimeter Kantenlänge –, sagen gleich mehrere Mitarbeiter: „In den vergangenen Wochen ist bei uns noch kein einziges defektes und altes Elektrogerät abgegeben worden.“

Wie es aussieht, muss das neue Angebot bei den Hückeswagenern erst noch bekannter werden – oder sie nutzen eben weiter die Möglichkeit, die Geräte in den Tonnen, etwa bei den Glascontainern am Aldi-Parkplatz, oder beim Wertstoffhof An der Schlossfabrik zu entsorgen.