Hückeswagen: EKS darf nicht zum Millionen-Grab werden

Hückeswagen : EKS darf nicht zum Millionen-Grab werden

Rund 2,5 Millionen Euro hat die Stadt erst 2010/11 investiert, um die Erich-Kästner-Schule (EKS) von Grund auf zu sanieren und neu auszustatten. Nun droht die Gefahr, dass das Schulgebäude zum "Millionen-Grab" wird.

Derzeit weiß nämlich niemand, ob die Schule mit dem Förderschwerpunkt emotionales und soziales Lernen dauerhaft erhalten bleibt. Ihr Status als anerkanntes Kompetenzzentrum läuft jedenfalls aus.

Die Existenzprobleme sind nicht hausgemacht, sondern Folge der Schulpolitik des Landes mit dem Schwerpunkt der Inklusion. Ziel ist, dass landesweit zunehmend mehr Kinder mit speziellem Förderbedarf zukünftig an den Regelschulen unterrichtet und dort auch entsprechend ihren individuellen Bedürfnissen gefördert werden. Damit gehen den Förderschulen vor allem im ländlichen Bereich die Schüler aus. Mindestens 144 Kinder müssen sie nach Vorgaben des Landes aber haben. Diese Zahl erreicht die Erich-Kästner-Schule schon jetzt nicht — und wird sie angesichts der demografischen Entwicklung und der Inklusion in Zukunft erst recht nicht erreichen können.

Nun hat auf Kreisebene die Suche nach Standorten für eine zahlenmäßig tragfähige Förderschule im oberbergischen Norden begonnen. Der Kreis hat dazu auch externe Experten mit Gutachten beauftragt. Grundsätzlich denkbar ist eine Verbundschule mit maximal zwei Standorten. "Mehr als diese zwei Standorte im Nordkreis hält die Bezirksregierung grundsätzlich für nicht möglich", stellte Michael Kirch, in der Stadtverwaltung verantwortlich für die Hückeswagener Schulen, am Montagabend im Schulausschuss klar. Bislang hat aber jeder der drei Nordkreis-Städte Hückeswagen, Radevormwald und Wipperfürth eigene Förderschulen. Mindestens ein Standort muss aufgegeben werden.

Kirch: "Wir sind jetzt gezwungen, interkommunal und über unsere Stadtgrenzen hinaus zu denken, denn alles muss auf den Prüfstand. Und es kann nur eine gemeinsame Lösung geben." Vor diesem Hintergrund wurde bereits ein Arbeitskreis gegründet, in dem sich Vertreter der drei Nordkreis-Städte Gedanken machen über die Zukunft der Förderschulen. Unmittelbar nach der Kommunalwahl im Mai wird er sich laut Kirch an die konkrete Arbeit machen. Mitte Juni wird der örtliche Schulausschuss in einer Sondersitzung über erste Ergebnisse der Verhandlungen informiert.

Hoffnung der Stadtverwaltung und der örtlichen Politik ist es, dass die EKS in Hückeswagen erhalten bleiben kann. Dafür spricht: Sie liegt in der Mitte zwischen Radevormwald und Wipperfürth. "Und wir haben ein tolles, weil komplett saniertes Gebäude und sind da sehr gut aufgestellt", unterstrich Kirch.

(bn)
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