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Hückeswagen: Eine neue Generation an Schülerlotsen

Hückeswagen : Eine neue Generation an Schülerlotsen

Bei der Ausbildung zum Verkehrshelfer sind 18 Realschüler aus der achten Klasse neu dabei. Die Polizei freut sich über die rege Beteiligung. Gestern stand die Theorie auf dem Stundenplan, nächste Woche folgen praktische Übungen.

Uwe Petsching von der Verkehrsunfall-Prävention der Polizei Gummersbach kommt bei den 18 Realschülern der achten Klasse mit seiner lockeren Art sichtlich gut an: Der Polizeibeamte ist mit seinem Kollegen Hans-Peter Schneider in die Realschule gekommen, um die erste von bis zu drei Doppelstunden der Verkehrshelfer-Ausbildung mit den Schülern zu absolvieren. Die Elterngruppe wurde bereits ausgebildet.

Petsching zeigte sich erfreut über die große Gruppe: "Wir begrüßen das Engagement sehr, denn dadurch wird die Verkehrssicherheit an der Kölner Straße deutlich erhöht." Dabei ist die Schloss-Stadt im Vergleich zu Wermelskirchen und Radevormwald ohnehin die einzige Stadt, in der es einen Verkehrshelfer-Dienst überhaupt noch gibt. "Das mag daran liegen, dass die Schulen in den anderen beiden Städten einfach günstiger liegen. Oftmals liegt es aber leider auch daran, dass, wenn man so ein Projekt einmal gestartet hat, schlicht und ergreifend die Ehrenamtlichen fehlen, die dann den Dienst versehen", sagt Petsching.

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In den bis zu drei Doppelstunden wird den jungen Nachwuchs-Verkehrshelfern jede Menge theoretisches Wissen über ihre Aufgaben vermittelt, das dann auch in der Praxis geübt wird: "Das findet aber erst in der kommenden Woche statt, heute bekommt ihr erst einmal jede Menge Theorie um die Ohren gehauen", sagt der Polizeibeamte schmunzelnd, nur um gleich wieder ernst zu werden: "Darüber wird dann auch ein Test geschrieben, sich Notizen zu machen, wäre also nicht verkehrt."

Denn schließlich ist der Dienst als Verkehrshelfer nicht ganz ungefährlich, auch wenn es in Hückeswagen bislang noch keinen Unfall mit Personenschaden gegeben hat, sagte Petsching. Damit das so bleibt, bekommen die Schüler einige Voraussetzungen für ihren Dienst an die Hand gegeben: soziales Engagement, Freiwilligkeit, Verantwortungsbewusstsein, Hilfsbereitschaft, Pünktlichkeit und vorbildliches Verhalten. "Ist das denn zu viel?", fragt Petsching und bekommt von den Schülern ein kräftiges "Nö!" zur Antwort. "Wenn ihr das alles erfüllt, dann seid ihr richtig gute Schüler", sagte der Polizeibeamte zufrieden. Im Anschluss ging es um die Aufgaben, die ein Verkehrshelfer am frühen Morgen vor dem Unterricht zu leisten hat: "Ihr müsst den Schülern, insbesondere den jüngeren, das sichere Überqueren der Straße ermöglichen, besonders an gefährlichen Stellen." Die Kölner Straße mit ihren Schulen auf beiden Seiten der Straße, dem Kopfsteinpflaster und dem hohen Schüleraufkommen gehöre definitiv zu diesen gefährlichen Stellen, sagte Petsching.

Eine Schülerin wollte wissen: "Bekommen wir denn Extra-Kleidung?" Die Kombination aus Jacke oder Überwurf-Weste sowie Winkerkelle und Mütze werde von der Polizei gestellt und sei in der Schule vorrätig. Auch hier stehe vor allem die Sicherheit der Verkehrshelfer im Vordergrund, diese werde besonders durch die reflektierenden Streifen erhöht, erklärte Petsching. "Damit seid ihr für Autofahrer im Dunkeln auf bis zu 150 Meter deutlich zu erkennen. Ohne diese Streifen wären es lediglich 30 Meter - das ist ein deutlicher und wichtiger Unterschied."

Die Polizeibeamten gaben weitere Verhaltensmaßregeln vor, etwa, wenn man zum Dienst eingeteilt ist, aber kurzfristig erkrankt. Zu diesem Zweck haben die Verkehrshelfer der Realschule eigens eine "Whats-App-Gruppe" eingerichtet, also zum Kommunizieren via Smartphone. Dienstzeiten sollen den Schülerinnen und Schülern immer mindestens eine Woche vorher angegeben werden, die Pläne werden vom Projektleiter, dem Geschichts-, Politik- und Sozialwissenschafts-Lehrer Thomas Wientzek, ausgearbeitet.

(wow)