Hückeswagen: Eine Mutmacherin für Krebspatienten

Hückeswagen : Eine Mutmacherin für Krebspatienten

Heute ist Weltkrebstag – Elisabeth Böhlefeld hat den Kampf gegen die Krankheit gewonnen. Die 72-jährige Hückeswagenerin hat trotz der schweren Erkrankung nie aufgegeben und will für andere ein Vorbild sein.

Heute ist Weltkrebstag — Elisabeth Böhlefeld hat den Kampf gegen die Krankheit gewonnen. Die 72-jährige Hückeswagenerin hat trotz der schweren Erkrankung nie aufgegeben und will für andere ein Vorbild sein.

Es war ein kalter Donnerstagnachmittag im Februar 2008, als sich das Leben von Elisabeth Böhlefeld auf einen Schlag auf den Kopf stellte. "Bei einem Spezialisten in Wuppertal wurde mir mitgeteilt, dass ich Brustkrebs habe", erinnert sie sich. "Es war wie ein Schlag in die Magengrube."

Die heute 72-Jährige teilt damit das Schicksal von tausenden Frauen, die in Deutschland jährlich an Brustkrebs erkranken. Die Sterblichkeitsrate bei dieser Krebsform liegt hier zu Lande bei 16,5 von 100 000 Erkrankten. Nirgendwo in Europa sterben jährlich mehr Frauen an dieser Krankheit. Die Hückeswagenerin ist eine derjenigen, die den Brustkrebs besiegt haben. Heute will sie den vielen Frauen, die jährlich an Brustkrebs erkranken, Mut machen. "Jeder kann es schaffen", glaubt Elisabeth Böhlefeld. Auch wenn ihr Weg zurück ins Leben alles andere als leicht war.

Für die ehrenamtlich tätige Frau brach ihre heile Welt zusammen, als sie 2008 die Schockdiagnose Brustkrebs erhielt. "Ich dachte, die Krankheit trifft immer nur die anderen", erinnert sich die Rentnerin. Ziel- und orientierungslos lief sie gemeinsam mit ihrem Mann zunächst durch die Wuppertaler Innenstadt. "Es war wie im Nebel. Mein erster Gedanke damals war: Jetzt ist alles vorbei", erinnert sich Elisabeth Böhlefeld, die sich nur zwei Wochen nach diesem Nachmittag im Remscheider Sana-Klinikum einer lebensnotwendigen Operation unterzog. Dabei wurde ihr ein Teil der rechten Brust amputiert. An selber Stelle trägt sie heute eine Narbe, die sie täglich an ihr Schicksal erinnert.

Was folgte, war eine Tortur. Denn mit der bloßen Operation war die Krankheit, die lange Zeit das Leben der Rentnerin bedrohte, lange nicht überwunden. Sechs Einheiten Chemotherapie und 32 Bestrahlungen musste die damals 66-Jährige über sich ergehen lassen. "Das zieht nicht spurlos an einem vorüber", betont Elisabeth Böhlefeld. Jeweils zweieinhalb Stunden dauerte eine Chemositzung. Folge der Fusionen waren ständige Übelkeit, Haarausfall und rissige Haut. Die Therapie dauerte ein Jahr. "Aber der Kampf hat sich gelohnt", sagt sie heute.

Ein Stück weit habe die Krankheit, so behauptet es die 72-Jährige, ihr sogar die Augen geöffnet. Sie lebe nun bewusster: "Wenn es Frühling wird, genieße ich das viel intensiver als vor meiner Erkrankung."

Die größte Hilfe auf dem Weg zurück ins Leben sei für die 72-Jährige die Familie gewesen. Dazu gehörten neben ihrem Mann, der täglich am Krankenbett wachte, auch ihr Sohn, dessen Frau und die beiden Enkelkinder Lukas und Simon, damals fünf und drei Jahre alt. "Ich dachte mir: Es darf jetzt nicht alles vorbei sein. Ich möchte die beiden aufwachsen sehen", erinnert sich Elisabeth Böhlefeld. "Die Familie war jeden Tag bei mir." Das habe ihr während der Krankheit die meiste Kraft verliehen. Neupatienten rät sie deswegen eindringlich, ihre Sorgen mit anderen zu teilen. "Man muss seine Sorgen irgendwo lassen. Es bringt nichts, die Sache in sich hineinzufressen."

Der Heilungsprozess beginne im Kopf, stellt sie klar. Ihr Rezept: "Die Diagnose Krebs ist nicht gleichbedeutend mit der Todesfolge. Deswegen darf man sich niemals aufgeben, egal wie schwer das auch fällt." Die 72-Jährige ist der festen Überzeugung, dass jeder, der an Krebs erkrankt, die Krankheit auch besiegen kann. Die Chancen dafür stünden umso besser, je früher man die Krankheit erkenne. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen seien deswegen das A und O. "Denn die Krankheit trifft eben nicht immer ,nur die anderen', sagt Elisabeth Böhlefeld. "Und wenn ich das alles schaffe, dann kann das jeder."

(RP)
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