Hückeswagen: Einbruch nach Kontrollanruf?

Hückeswagen: Einbruch nach Kontrollanruf?

In einer Wohnsiedlung erhielten Anwohner in der vorigen Woche dubiose Anrufe, in denen ihnen Alarmanlagen angeboten wurden. Die Polizei kann nicht ausschließen, dass es sich um Kontrollanrufe von Einbrechern handelte.

Am Wochenende wurde eine Hückeswagenerin stutzig. Die Frau hatte im Gespräch mit ihren Nachbarn erfahren, dass sie den gleichen Anruf erhalten hatten. Am Tag vor Fronleichnam war die Familie drei Mal von einer 0800er-Nummer angerufen worden, zwei Mal davon in Abwesenheit.

Als sich die Hückeswagenerin beim dritten Mal meldete, bot ihr Gesprächspartner ihr eine Alarmanlage an. Sein Verkaufsargument lautete: "In letzter Zeit gab es in Ihrer Gegend ja Einbrüche." Die Frau, die der BM namentlich bekannt ist, aber nicht genannt werden möchte, lehnte dankend ab: "Wir haben erklärt, dass wir bestens abgesichert sind", berichtete sie gestern gegenüber der BM.

Einbruchsversuch bei Nachbarn

Eigentlich wäre das Thema damit für erledigt gewesen. Doch bei ihren Nachbarn hatte es kurze Zeit später einen Einbruchsversuch gegeben. Als sich die Hückeswagenerin mit ihnen darüber unterhielt, berichteten sie ebenfalls von dem Anrufer, der eine Alarmanlage anzubieten hatte.

Polizei-Sprecher André Kuba recherchierte gestern bei den Kollegen der Kriminalpolizei nach und teilte später mit: "Uns ist diese Masche nicht bekannt. Wir schließen aber nicht aus, dass es sich um eine Facette von Kontrollanrufen gehandelt hat."

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Denkbar sei, dass jemand unter dem Vorwand, eine Alarmanlage anzubieten, heraus finden wollte, ob jemand zu Hause ist bzw. ob und welche Art von Alarmanlage er hat. "Das muss in diesem Fall nicht so gewesen sein, kann es aber", betonte Kuba.

Der Polizei-Sprecher rät daher, bei solchen Anrufen keine Details zu nennen. Erst recht nicht über das Haus oder die Beschaffenheit der Alarmanlage. Denn handelt es sich tatsächlich um einen Ganoven, könnte er sich auf diesem Weg wichtige Hinweise für einen geplanten Einbruch verschaffen. "Im Zweifelsfall sollte man den Vorfall bei der Polizei melden", riet Kuba (s. Info).

Auf Widerrufsbelehrung achten

Auch Lydia Schwertner, Leiterin Verbraucherzentrale in Remscheid, warnt davor, sich auf solche Anrufe einzulassen: "Es kommt immer wieder vor, dass jemand telefonisch Kontakt aufnimmt, um etwas zu verkaufen."

Doch obwohl solche Anrufe seit einiger Zeit verboten sind, sind Verkaufsverträge daraus rechtens. Allerdings gibt's eine Ausstiegsklausel: "Bekommt der Käufer eine Widerrufsbelehrung zugesandt, hat er ein einmonatiges Widerrufsrecht." Bekomme er die Belehrung nicht, gelte das Widerrufsrecht sogar unbegrenzt.

(RP)
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