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Hückeswagen: Ein Abschied für immer

Hückeswagen : Ein Abschied für immer

Seit heute gibt es nur noch acht Kindergärten in Hückeswagen, denn der Martin-Luther-Kindergarten hat gestern für immer geschlossen. Zum Abschied gab's ein gemeinsames Essen und Geschenke für die Kinder und Erzieher.

Noch einmal in den Arm nehmen zum Abschied, dann schließt sich die Tür hinter den Kindern des Martin-Luther-Kindergartens. Am Donnerstag besuchen die verbleibenden 19 Kinder zum letzten Mal die Container an der Ewald-Gnau-Straße. Aufgrund der rückläufigen Belegungszahlen hatte das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde im vorigen Jahr beschlossen, die Einrichtung zu schließen. Am Standort Wiehagen wird jedoch festgehalten: Die Kinder wechseln in den ökumenischen Kindergarten an der Gerhard-Rottlaender-Straße – oder in den "Arche"-Kindergarten neben der Johanniskirche oder eine andere Einrichtung im Ort. Sechs werden nach den Ferien eingeschult.

Trauerstimmung herrscht am letzten Tag dennoch nicht im Martin-Luther-Kindergarten. Gemeinsam wird gefrühstückt, und zum Mittag gibt es ausnahmsweise einmal Pommes und Würstchen. "Alles, was die Kinder gerne mögen", sagt Mitarbeiterin Beate Sinner. Im Stuhlkreis singen die Kinder lautstark das Zoolied "Ein Ele-Zwele-Trelefant" und denken dabei an ihren Besuch im Wuppertaler Zoo vor vier Wochen zurück. Den Ausflug hatte die Kirchengemeinde den Eltern und Kindern zum Abschied spendiert.

Traurig ist Christine Bütow, die 19 Jahre in der evangelischen Einrichtung gearbeitet hat. "Es war ein schönes, letztes Jahr", versichert die Leiterin. Die Kinder hätten von der anstehenden Schließung nicht viel gemerkt. Während Christine Bütow nach den Ausräumarbeiten zum ökumenischen Kindergarten wechselt, suchen die Halbtagskräfte Erika Frey und Beate Sinner noch nach neuen Arbeitsstellen. "Ich bin erst einmal arbeitslos, denn es werden nicht viele halbe Stellen in der Umgebung angeboten", bedauert Beate Sinner.

Für die Kinder gibt es am Ende des Tages noch Einiges zu tragen: Sie erhalten ihre prall gefüllten Bastelmappen mit Bildern und Fotos und eine Schürze mit Namenszug als Abschiedsgeschenk. Zahnbürsten, Hausschuhe und Turnbeutel werden zusammengepackt, und ein Kuscheltier gibt es oben drauf. "Gerade für die Zweijährigen wird der Übergang schwer, nachdem sie sich im vorigen Jahr gut eingelebt haben", glaubt Beate Sinner. Für die Zwei- bis Sechsjährigen ist die Veränderung schwer vorstellbar. Sie freuen sich erst einmal auf die Ferien. Dabei hat der Abschied etwas Endgültiges, da die Räumlichkeiten und die Erzieher nicht mehr besucht werden können. Das Inventar, wie Spielzeug und Möbel, wird zum Teil an andere Kindergärten verteilt. Auch für die beiden großen Spielburgen aus Holz wurden Abnehmer gefunden.

Für die Erzieher hat der Elternrat zum Dank für ihre Arbeit ein Abschiedsessen organisiert, zu dem am Abend auch ehemaligen Mitarbeiter eingeladen sind.

(RP)