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Ehrenabteilung der Hückeswagener Feuerwehr ist beliebt

150 Jahre Feuerwehr Hückeswagen : Großer Zusammenhalt in der Ehrenabteilung

In der Ehrenabteilung organisieren sich die ehemaligen Feuerwehrleute. Auch hier wird Kameradschaft großgeschrieben.

In diesem Jahr wird der Löschzug Stadt 150 Jahre alt. Die Hälfte dieser Zeit, also 75 Jahre, ist Eduard Vesper Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Hückeswagen. 1943, mit 16 Jahren, trat der heute 90-Jährige in die Feuerwehr ein und verrichtete pflichtbewusst seinen Dienst bis zur Überstellung in die Ehrenabteilung. Lutz Wüster, Gruppenführer der Löschgruppe Herweg, lobte das langjährige Engagement des Löschgruppen-Mitglieds jüngst beim Festkommers zum Feuerwehr-Jubiläum in der Mehrzweckhalle. „Eduard Vesper ist immer sehr positiv und aktiv dabei. Er ist interessiert an Technik und nimmt noch heute an fast jedem Übungsabend teil“, sagte er im April.

2015 übernahm Eduard Vesper die Sekttaufe des neuen Löschfahrzeugs der Löschgruppe Herweg. Beim Festkommers wurde er mit der Sonderauszeichnung in Gold des Verbands der Feuerwehr NRW für 75 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr ausgezeichnet. Die Urkunde überreichte NRW-Innenminister Herbert Reul. „Das ist eine besondere Ehre für mich. So etwas habe ich noch nie gemacht“, sagte der Minister und stellte damit die Seltenheit dieser Auszeichnung heraus.

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Etwa 30 Jahre ist Vesper bereits als dienstältestes Mitglied in der Ehrenabteilung. Sie ist nach der Jugendfeuerwehr und dem aktiven Einsatz die dritte Abteilung bei der Feuerwehr. Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, die nach Erreichen der Altersgrenze (s. Info-Kasten), aus gesundheitlichen Gründen oder aus anderen wichtigen Gründen aus dem aktiven Dienst der Freiwilligen Feuerwehr in NRW ausscheiden, werden in die Ehrenabteilung überstellt und behalten dabei ihren Dienstgrad.

Die Feuerwehr wird im Laufe der Jahre oft zu einem festen Bestandteil des Lebens, in dem sich enge Freundschaften bilden. Durch die vielen gemeinsamen, zum Teil auch dramatischen dienstlichen Erlebnisse entsteht ein hohes Maß an Zusammengehörigkeit und Kameradschaft, die mit dem Tag der „Versetzung in den Ruhestand“ nicht abbrechen soll. Der Gesetzgeber hat daher vorgesehen, dass die aus dem aktiven Dienst ausscheidenden Einsatzkräfte in die Ehrenabteilung der Freiwilligen Feuerwehr versetzt werden und damit Mitglieder der Feuerwehr bleiben.

Die Ehrenabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Hückeswagen umfasst derzeit mehr als 40 Mitglieder aus dem Löschzug und den drei Löschgruppen. Vorsitzender ist Heinz Windbergs, der von 1974 bis 1996 Stadtbrandmeister war und noch heute im Feuerwehr-Gerätehaus an der Bachstraße wohnt. Dort hegt und pflegt er das Archiv und verfasst Mitteilungen für die Mitglieder der Ehrenabteilung an der alten Schreibmaschine. Abteilungsmitglied Manfred Flosbach berichtet: „Wir treffen uns drei- bis viermal im Jahr und unternehmen Ausflüge, wie zur Besichtigung der Firma Klingelnberg im Gewerbegebiet Winterhagen-Scheideweg, zur Brauerei nach Bielstein oder ins Technikmuseum Freudenberg.“

Ihr Jahresfest feiert die Ehrenabteilung immer im Wechsel bei einer der Hückeswagener Löschgruppen. Auch an den Vorbereitungen zum Tag der offenen Tür mit großer Blaulichtmeile am 16. Juni beteiligten sich deren Mitglieder.

Da die Freundschaften mit der Feuerwehr der Partnerstadt Etaples in diesem Jahr 40 Jahre besteht, wird derzeit nach einem gemeinsamen Termin für eine Feier gesucht. In Frankreich scheiden die Feuerwehrleute bereits mit 55 Jahren aus dem aktiven Dienst und damit auch aus der Feuerwehr aus. „Sie fallen danach häufig in ein Loch, denn eine Altersabteilung gibt es in Frankreich nicht“, sagt Manfred Flosbach, der regelmäßig an den Bürgerfahrten in die französische Partnerstadt teilnimmt. Bei der Jubiläumsfeier sollen daher auch die bereits ausgeschiedenen französischen Kameraden mit eingeladen werden.

Auch die Freundschaft zu den Kameraden in der Partnerstadt Königs Wusterhausen wird gepflegt. 1996 war Heinz Windbergs erstmals mit einer Delegation der Feuerwehr zu Besuch in Brandenburg. Am 29. März 1996 wurde dort die Partnerschaftsurkunde unterzeichnet.

Die Alterskameraden der Schloss-Stadt verfolgen ebenso fasziniert die technische Entwicklung der Einsatzfahrzeuge. Manfred Flosbach hält Teamgeist und Kameradschaft in der Feuerwehr für besonders wichtig. „Wer dann noch Interesse an Technik hat und anderen Menschen helfen will, für den ist die Mitgliedschaft in der Feuerwehr eine tolle Sache“, fügt er rückblickend und zukunftsweisend hinzu.