Hückeswagen: EHEC: "Frischkeim" ist absolut sauber

Hückeswagen : EHEC: "Frischkeim" ist absolut sauber

Gute Nachricht für das Naturkost-Unternehmen von der Wupper-Vorsperre: "Das Veterinäruntersuchungsamt in Krefeld hat mitgeteilt, dass die Proben aus dem Sprossenbetrieb ,Frischkeim' negativ sind", meldete gestern der Oberbergische Kreis.

Weiter heißt es in der Pressemitteilung zur EHEC-Kontrolle in der Hückeswagener Firma: "Die Proben sind am Montag gezogen worden, direkt nach Aufkommen der Nachricht, dass Sprossen im Fokus stehen. Es wurden keine Beanstandungen festgestellt."

Und: Den "Smiley" für die Frischkeim Naturkost GmbH haben die Lebensmittelkontrolleure nach dem überraschend angesetzten Firmenbesuch gleich für ein weiteres Jahr verlängert. Damit ist erneut amtlich festgestellt und bestätigt, dass der Betrieb mit Blick auf die Lebensmittelhygiene überdurchschnittlich gut ist.

Einwandfreie Ware wird vernichtet

"Das ist schon eine gute Nachricht", sagte Friedel Laux, der Geschäftsführer der Frischkeim GmbH, gestern im Gespräch mit der BM – und ergänzte: "Das bringt uns aktuell aber gar nichts. Obwohl die Ware einwandfrei ist, müssen wir fast alles vernichten."

Der Grund: Sprossen und Keimlinge können nicht gelagert werden. Was der Großhandel nicht abnimmt, wandert in den Abfall-Container. Und der Großhandel nimmt derzeit gar nichts ab. So stellt "Frischkeim" auf seiner Internet-Seite mit bitterem Unterton fest: "Sprossen sind in aller Munde – in diesem Tagen leider nicht so, wie wir uns das vorstellen."

Dabei räumt die Geschäftsführung ein, dass den Behörden nach dem Verdachtsfall in Niedersachsen gar nichts anderes übrig blieb, als vor dem Verzehr von Sprossen zu warnen. Da Frischkeim Naturkost allerdings ausschließlich Sprossen aus eigener Produktion vertreibt, sei auszuschließen, dass Ware aus dem EHEC-verdächtigen Gärtnerhof Bienenbüttel/Uelzen im Hückeswagener Unternehmen gelandet und von dort aus weiter vertrieben worden sei.

Was Friedel Laux bedauert, ist die Tatsache, dass sein Unternehmen selbst dem Wunsch der Abnehmer nach einer formalen Unbedenklichkeitsbescheinigung nicht nachkommen darf. Eine Bestätigung, dass die Produkte nachweislich nicht mit dem EHEC-Erreger belastet sind, ist ausschließlich den zuständigen Behörden vorbehalten.

Hoffen und weitermachen

Friedel Laux bleibt nun nur die Hoffnung, "dass es bei einer zeitlich begrenzten und somit mittleren Katastrophe für das Unternehmen bleibt". Er will versuchen, eine Antrag auf Entschädigung zu stellen. Aber er kann nicht einschätzen, ob das letztlich etwas bringen wird.

Friedel Laux führt seinen seit über 25 Jahren bestehenden Betrieb jedenfalls fort. Auch seine sieben Mitarbeiter will er weiter beschäftigen.

(RP)