Hückeswagen: Edeka und Rewe öffnen an Heiligabend

Hückeswagen: Edeka und Rewe öffnen an Heiligabend

Die Mitarbeiter sind morgen nicht nur freiwillig im Dienst. Sie hätten sich sogar darum beworben, versichern beide Filialleiter.

Für Marcus Byhahn ist es eine Frage der Ehre: "Wenn wir schon an Heiligabend öffnen, dann sind meine Familie und ich natürlich auch dabei", sagt der Pächter der Wiehagener Edeka-Filiale. Seine Frau und sein Sohn, der seit dem 1. September im Edeka-Markt seine Ausbildung macht, stehen am Sonntag von 10 bis 14 Uhr im Geschäft. Dazu fünf weitere Mitarbeiter sowie zwei in Bereitschaft, die dazustoßen, wenn es im Laden zu voll werden sollte.

Bereits im Sommer war die Konzernleitung von Edeka unter anderem an Byhahn herangetreten mit der Bitte, an Heiligabend zu öffnen. Vor elf Jahren gab es die Konstellation, dass Heiligabend auf einen Sonntag fiel, schon einmal. Damals hatten sich deutschlandweit 28 Edeka-Märkte beteiligt und große Summen umgesetzt. Byhahn griff die Idee auf und fragte unter seinen Mitarbeitern nach, wer sich freiwillig für den Heiligabend-Dienst melden will. Es dauerte keine sieben Minuten, da stand die Crew fest, erzählt er.

Eine ähnliche Erfahrung hat Udo Filter, Filialleiter des Rewe-Marktes am Etapler Platz, gemacht. Auch dort haben sich die Mitarbeiter, die morgen für vier Stunden Dienst schieben werden, freiwillig gemeldet. Dieser ist offenbar sehr begehrt: "Ich hätte zwei Filialen mit Mitarbeitern, die sich hier gemeldet haben, bestücken können", sagt Filter. Bestätigt wird diese Aussage von Julia Hertin von der Rewe-Unternehmenskommunikation: "Wir haben in den Filialen Listen ausgelegt, und die waren teilweise so voll, dass ausgelost werden musste, wer an Heiligabend zur Arbeit kommen kann."

Viele der Supermarkt-Beschäftigten sehen in der Sonntagsarbeit mehrere Vorteile, wie etwa der Filialleiter festgestellt hat: "Für vier Stunden Arbeit bekommen sie einen freien Tag." Außerdem erhalten sie die tariflich vorgesehenen Sonn- und Feiertagszuschläge, was den Dienst anscheinend zusätzlich attraktiv macht. Dazu kommt noch ein weiterer Aspekt: "Sie müssen nicht früh aufstehen und brauchen erst um 10 Uhr anfangen", sagt Filter.

Wie groß die Kundenfrequenz sein wird, kann Marcus Byhahn nicht sagen. Er rechnet damit, dass so mancher deshalb kommen wird, weil er noch etwas vergessen hat oder das Gekaufte nicht ausreichen wird. Auch Udo Filter hat, obwohl seit 30 Jahren im Unternehmen beschäftigt, noch keine Erfahrungen mit dem Sonntagsverkauf an Heiligabend. Er betont: "Sollten wir sehen, dass es sich nicht rentiert, schicken wir die Mitarbeiter früher nach Hause."

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Die Kunden jedenfalls hätten an diesem Tag die Möglichkeit, ihre Grundbedürfnisse zu stillen. Frisches Obst und Gemüse wird es im Rewe-Markt ebenso geben wie Backwaren, denn die dem Markt angegliederte Kamps-Filiale öffnet nach Aussage Filters ebenfalls. Zusammen mit den beiden Kollegen der Filialleitung werde er ab 8 Uhr im Laden sein, um die frischen Waren einzuräumen. Die Mitarbeiter kämen später.

"Es haben sich zudem Kollegen angekündigt, die nicht arbeiten, uns aber etwa Plätzchen vorbeibringen wollen", erzählt er. Mit allen Mitarbeitern werde es vor dem Verkaufsbeginn auf jeden Fall noch ein gemeinsames Frühstück geben - belegte Brötchen und Getränke stünden bereit. "Das ist an Heiligabend ohnehin Tradition bei uns", sagt der Filialleiter.

Zeit fürs Fest werden die Verkäufer noch haben, denn um 14 Uhr sind die Läden definitiv zu. "Um spätestens 14.30 Uhr sind bei uns alle raus", sagt Edeka-Pächter Marcus Byhahn. Seine Mitarbeiter, die selbstverständlich ebenfalls Zuschläge für die Sonn- und Feiertagsarbeit am 24. Dezember erhalten, gehen zusätzlich mit einem Weihnachtsgeschenk ihres Chefs nach Hause.

Frische Brötchen gibt es auch in den Bäckereien: in der Schlossbäckerei im Island von 9 bis 12 Uhr, am Etapler Platz im Backshop von Polheim von 7 bis 11 Uhr, bei Steinbrink von 7 bis 12 Uhr, bei Beckmann am Schwarzen Weg von 7 bis 11 Uhr und bei Bauer an der Bahnhofstraße von 7 bis 12 Uhr.

(büba)