"eagle eye" erfasst die Hückeswagener Straßen

Straßenerfassung in Hückeswagen: "Adlerauge" erfasst alle Straßen der Stadt

Die Firma "eagle eye technologies" ist seit gestern wieder mit ihrem orangefarbenen Messfahrzeug unterwegs. Zehn Kameras erfassen den kompletten Straßenraum und liefern der Stadt wichtige Erkenntnisse zum Zustand der Flächen.

Dem orangefarbenen Fahrzeug entgeht kein Millimeter Straßenraum. Wenn der Wagen - ausgestattet mit modernster Technik - in den nächsten ein bis zwei Wochen durch die Stadt und die Außenortschaften fährt, machen zehn Kameras alle fünf Meter Bilder, um den Zustand der Straßen und Bürgersteige zu erfassen. Viele Hückeswagener kennen den Wagen und das Prozedere schon, denn die Firma "eagle eye technologies" aus Berlin war 2012 schon in der Schloss-Stadt unterwegs und hatte zum ersten Mal flächendeckend alle Straßen erfasst. Die Ergebnisse flossen in ein Kataster, mit dem die Stadt bis heute sehr erfolgreich arbeitet und das auf aktuellen Stand gebracht werden soll.

Seit gestern rollt das orangefarbene Messfahrzeug wieder durch Hückeswagen. Die Bilder der zehn Kameras sollen der Stadt wichtige Erkenntnisse zum Zustand der Flächen liefern. Bürgermeister Dietmar Persian und Fachbereichsleiter Andreas Schröder informierten sich über die Neuerungen. "Wir werden 171 Kilometer öffentliche Strecken und Wege erfassen, Ausnahme sind Privatstraßen", sagte Alexander Gumnior von der Firma "eagle eye". In den vergangenen Jahren sind die Kameras erneuert worden, außerdem die Sensorik.

Herzstück des Wagens ist ein orangefarbener Kasten auf dem Dach - "der Kreiselkompass garantiert detailgetreue Aufnahmen, auch wenn es kein GPS oder einen schlechten Empfang gibt", sagt Gumnior. Eine Panoramabildkamera sorgt für einen Rund-um-Blick - 360 Grad. An einem Bildschirm im Wageninneren hat Systemingenieur Gregor Radtke alles im Blick. Er merkt sofort, wenn das System nicht funktioniert. Zu viel Sonne sei schlecht, auch starker Regen führe zum Abbruch einer Tour.

Gregor Radtke sorgt vor dem Start vorm Schloss für den richtigen Durchblick und säubert die Kameras auf dem Messfahrzeug. Foto: jürgen moll

Fahrer Eric van Dyck steuert das Fahrzeug in normalem Tempo, er muss sich an die Regeln im Straßenverkehr halten - Ausnahme: das Messfahrzeug darf auch in Einbahnstraßen entgegen der Fahrtrichtung Bilder machen. Pro Tag schafft der Wagen bis zu 40 Kilometer. Alle Straßen werden in beiden Fahrtrichtungen erfasst - zu unterschiedlichen Zeiten.

Schröder ist gespannt auf die Ergebnisse: "Mit der Befahrung wollen wir einen objektiven Blick auf den Zustand unserer Straßen werfen", sagt er. Die Kosten für die Aktion: 60.000 Euro. Eine Investition, die sich seiner Ansicht nach lohnt, denn seit 2012 wird jährlich anhand des Katasters eine Prioritätenliste erstellt, welche Straßen saniert werden müssen. "Straße für Straße wird erneuert, deshalb haben wir viel Ruhe im Bauausschuss", sagt Schröder. Dass das Projekt erfolgreich ist, beweise auch die Tatsache, dass die Politik das Budget für die Unterhaltung der Straßen von 200.000 auf 400.000 Euro erhöht hat.

Foto: Joachim Rüttgen

Die Auswertung der neuen Bilder dauert drei Monate, so dass der Stadt ab Herbst die aktuellen Werte vorliegen dürften. Die Schloss-Stadt ist in ihrer Größe bundesweit Vorreiter bei diesem Projekt. "Andere Kommunen denken drüber nach", sagt Persian. Wie Burscheid: Sebastian Nocon und Franz Pütz von den Technischen Werken informierten sich gestern über das Messfahrzeug.

"Wir wollen Erfahrungen und Ideen sammeln, uns austauschen und sehen, wie praktikabel das System ist", sagt Pütz. Persian wird das Projekt auch bei der nächsten Bürgermeisterkonferenz vorstellen. "Ein gutes System, um systematisch zu arbeiten", sagt er. Es werde nicht da saniert, wo jemand am lautesten schreit, sondern dort, wo es anhand belegbarer Bilder am dringlichsten ist, sagt Schröder. Langfristig diene das System zum Vermögenserhalt.

Foto: Joachim Rüttgen

Wird eine Straße saniert, so wird die Veränderung manuell in das Kataster nachgetragen. Die Reaktion der Bürger ist positiv. Nach der ersten Aktion 2012 gab es keine Beschwerden. "Wir erfassen keine personenbezogenen Daten", sagt Gumnior. Und die Stadt veröffentlicht die Fotos nicht. "Sie werden nur von der Verwaltung genutzt", sagt Schröder.

(RP)