Hückeswagen: Dreifaches Jubiläumsjahr für Lammert

Hückeswagen: Dreifaches Jubiläumsjahr für Lammert

Der Uhren-, Schmuck- und Optikhändler Bernd Lammert hat aktuell drei Gründe zum Feiern: Vor 25 Jahren übernahm er das elterliche Geschäft, seit fünf Jahren führt das neue an der Bahnhofstraße, und Anfang Februar wurde er 60.

An diesen Mittwochabend Ende Oktober 2010 werden sich Gerlinde und Bernd Lammert ein Leben lang erinnern. Hatten doch mit brachialer Gewalt zwei Unbekannte gegen 20.30 Uhr das mittlere Schaufenster des Uhren-, Optik- und Schmuckgeschäfts Lammert, das damals noch im elterlichen Haus an der oberen Islandstraße war, eingeschlagen. Der Ladeninhaber befand sich zum Zeitpunkt des Einbruchs bei der Mitgliederversammlung der Werbegemeinschaft. Seine Frau versuchte, ihn dort telefonisch zu erreichen, doch Lammert drückte den Anruf weg. Daher ging sie zum Eiscafé Friuli am Bahnhofslatz und holte ihren Mann aus der Versammlung mit den Worten: "Bernd, bei uns ist eingebrochen worden." Die Täter, die bis heute nicht ermittelt werden konnten, hatten Schmuck im Wert von etwa 25.000 Euro erbeutet, darunter Goldringe, -armbänder und -ketten.

Es war der mit Abstand negative Höhepunkt in den nun 25 Jahren, die Bernd Lammert das Geschäft seiner Eltern und seines Großvaters führt. Ein zweiter war der Rückzug aus dem angestammten Haus Islandstraße 2 - Silvester 2012 war dort der letzte Verkaufstag. Zu wenig Frequenz, zu weit ab "vom Schuss" - so hatte der heute 60-Jährige seinen Entschluss begründet. Am 19. Februar 2013 eröffneten er und seine Frau das Uhren-, Optik- und Schmuckgeschäft an der Bahnhofstraße neu.

Der Weggang von der oberen Islandstraße war Lammert aus zwei Gründen sehr schwer gefallen: Zum einen hatte sein Großvater, ein Uhrmacher, dort 1933 das Geschäft der Firma Koll übernommen. Seitdem hatte die Familie Lammert dort verkauft. Zum anderen gehörte das Haus inklusive Ladenlokal Bernd Lammerts Mutter. "Das ist mein Elternhaus, hier bin ich aufgewachsen", erzählte Lammert Ende 2012. Doch er stellte damals unmissverständlich klar: "Wir wollen nicht in Schönheit sterben und pleite gehen, weil wir an dem Haus hier hängen." Inzwischen ist das Haus verkauft; der neue Eigentümer will es laut Lammert in ein reines Wohnhaus umbauen.

Auch wenn der Schritt an die Bahnstraße ein schwerer war, bereut hat Bernd Lammert ihn nie: "Das war die einzig richtige Entscheidung", versichert er. Auch wenn die Schaufensterfläche deutlich kleiner sei. Die Stammkunden seien ihm jedoch treu geblieben, zudem begrüße er seitdem auch mehr Laufkundschaft. Das obere Island hingegen sei wirtschaftlich und von den Kaufströmen inzwischen abgeschnitten. Am neuen Standort aber sei er zufrieden, versichert der 60-Jährige.

(büba)