Hückeswagen: "Dr. Mojo": Der leise Blues, der nachklingt

Hückeswagen: "Dr. Mojo": Der leise Blues, der nachklingt

Die Füße wippen mit, Texte wie "It never rains in Southern California" von Albert Hammond fließen leise über die Lippen einiger Zuhörer. Wer kennt sie nicht, die klassischen, einfühlsamen Balladen von Cat Stevens, Santana oder Uriah Heep?

Das geistreiche Vollblut-Bluesduo "Dr. Mojo" mit Klaus Stachuletz und Ulrich Spormann besitzt ein ausgemacht sicheres Gespür, wie der Blues gespielt und gesungen werden muss, damit er Blut und Herz in Wallung versetzt — und nachklingt. Das bewiesen die Remscheider Musiker am Freitagabend bei der Blues-Night im Kultur-Haus Zach.

"Die Band interpretiert die weltbekannten Balladen gefühlvoll und dabei dezent, das ist überraschend", kommentierte Konzertbesucher Wolfgang Hunger, der zu dem kleinen Stammpublikum im Kultur-Haus Zach zählt. Das Remscheider Blues- und Skiffleduo gab dort ein Konzert mit minimalistisch technischer Ausstattung, dafür aber mit einem Maximum an Stimme und spontanem Witz. "Wir sind doch selbst aus dem Alter raus, in dem wir uns volldröhnen lassen wollen", sagte Gitarrist Uli Spormann.

"Es gibt wohl doch eher ein spezielles Publikum für die Musikrichtung von 'Dr. Mojo'", sagte Detlef Bauer, der sich als Vorsitzender des Kultur-Haus.-Trägervereins um die Konzertengagements kümmert. Er bedauerte genau wie die beiden Blueskünstler den recht kleinen Zuhörerkreis. Denn nur 35 Blues-Fans hatten Konzertkarten im Vorverkauf erworben. So lud dann auch Sänger und Gitarrist Klaus Stachuletz sein Hückeswagener Publikum mit lustigem Charme ein: "Vielleicht werden Sie ja später etwas zutraulicher, wenn wir uns so nach 0,2 oder 0,3 Litern Pause vor der Bühne wieder treffen."

Tatsächlich tauten die 'Dr.Mojo'-Fans im Laufe des Konzerts auf. Etliche CDs, darunter eine mit einer speziellen Oldie-Auswahl, wurden von den Besuchern später gern als musikalisches Souvenir mit nach Hause genommen. Klaus Stachuletz und Uli Spormann verteilten Autogramme.

Schmunzeln erweckte bei den "Dr.Mojo"-Gästen die ungewöhnliche Bühnenausstattung. Da harmonieren umgebaute antike Lampenständer mit selbst gebauter Technik neben zu Hockern umfunktionierten Bierkästen. CDs und DVDs werden in Omas altem Nähkästchen angeboten.

Schließlich merkte auch das Publikum es dann irgendwann: Es gibt es tatsächlich, das so genannte "Mojo-Feeling". Und es fühlt sich gut an. Beim begeisterten Abschluss-Applaus nach mehreren Zugaben saß keiner mehr still auf seinem Stuhl.

(mpa)
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