Wahl in Hückeswagen: Dietmar Persian ist neuer Bürgermeister

Wahl in Hückeswagen: Dietmar Persian ist neuer Bürgermeister

Um 18.39 Uhr stand am Sonntag fest: Der neue Bürgermeister der Schloss-Stadt ist ein Hückeswagener. Dietmar Persian gewann die Wahl mit 55,13 Prozent. Anschließend dankte er seinem Mitbewerber Ulrich Kowalewski für einen fairen Wahlkampf.

Vor neuneinhalb Jahren stand Dietmar Persian noch auf der Verliererseite, als Uwe Ufer im zweiten Wahlgang erstmals zum Bürgermeister von Hückeswagen gewählt worden war. Am Sonntag ließ er sich auf der Treppe in der gläsernen Halle des GBS-Hauses, die zum Bürgerbüro hinaufführt, als Sieger feiern. "Es ist ein tolles Gefühl", sagte ein sichtlich gelöster Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft HEG, der ab kommendem Donnerstag die Geschäfte der Schloss-Stadt führen wird.

Um 17.50 Uhr betritt Persian zusammen mit seiner Frau, den drei Söhnen und dem finnischen Austauschschüler, der zurzeit bei ihnen lebt, die Glashalle. Ulrich Kowalewski wird erst viel später, zwei Minuten vor der Verkündigung des Endergebnisses, kommen. Als um 18.13 Uhr das erste Ergebnis aus einem der 17 Wahllokale auf der Großbildleinwand eingeblendet wird, brandet erstmals an diesem Abend Jubel auf: Persian hat den Stimmbezirk Straßweg mit 59,1 Prozent geholt. Der gilt eigentlich als CDU-Hochburg, doch der CDU-Bewerber Kowalewski kommt hier nur auf 40,9 Prozent. Ist das bereits eine Vorentscheidung?

Ist sie (noch) nicht. Denn zwei Minuten später trifft das Ergebnis der Grundschule Wiehagen ein. Den Wahlbezirk holt sich der Wermelskirchener Kowalewski — wenn auch nur knapp mit 50,4 Prozent. Anfangs gewinnen beide abwechselnd die Wahlkreise. Doch ab 18.21 Uhr schlägt das Pendel immer mehr in Richtung des Hückeswageners aus. Scheideweg, ebenfalls normalerweise eine CDU-Bastion, gewinnt er mit fast 62 Prozent. Die Glückwünsche von Jürgen Quass (SPD) nimmt der parteilose Kandidat von SPD, FDP, UWG und Grünen noch zurückhaltend entgegen.

Als um 18.35 Uhr das letzte Ergebnis aus einem Wahlbezirk eintrifft — Persian gewinnt das Johannesstift mit 57,7 Prozent —, kann Kowalewski nur noch auf die Briefwähler hoffen. Doch als sein Kontrahent auch dort noch mit fast 58 Prozent deutlich punktet, ist das Rennen für Kowalewski gelaufen.

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Der 49-Jährige kann seine Enttäuschung nicht verbergen. "Das Ergebnis haben wir so nicht erwartet", gibt Kowalewski später zu. Es sei geprägt vom Heimvorteil Persians, den dieser genutzt habe. "Wir haben ehrlich gekämpft. Ich hätte anfangs nicht erwartet, dass mein Team so hinter mir stehen wird", lobt er seine Parteifreunde aus der CDU.

Nach 2009, als er als unabhängiger Kandidat bei der Bürgermeisterwahl in Wermelskirchen chancenlos war, hat Kowalewski an diesem Abend erneut eine Wahl verloren. Der Traum vom Bürgermeisteramt bleibt damit unerfüllt, denn er betont: "Ich schließe aus, noch einmal anzutreten. Ich bleibe Erster Beigeordneter von Rösrath."

Zuvor hatte der zukünftige Verwaltungschef die Gelegenheit ergriffen, sich bei Ulrich Kowalewski zu bedanken. "Sie haben sich einer großen Herausforderung gestellt und einen intensiven Wahlkampf geführt. Das war aller Ehren wert", sagt Persian. Er könne sich vorstellen, wie er sich nun fühle. "Mir ging es vor neun Jahren genauso." Dann überreicht er Blumensträuße an Katja Kowalewski und "dem Menschen, der mir besonders am Herzen liegt" — seine Frau.

Persian appelliert später an alle Hückeswagener — auch an die, die ihn nicht gewählt haben, mit ihm zusammenzuarbeiten. "Denn es geht um Hückeswagen und nicht um einen Menschen oder eine Partei."

(RP)
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