Hückeswagen: Die Zukunfts-Strategie der BEW

Hückeswagen : Die Zukunfts-Strategie der BEW

Sonne, Wind, Wasser, Erdwärme: Das sind unerschöpfliche Ressourcen, weil unabhängig vom Verbrauch. Per Definition sind sie damit nachhaltig. Darauf setzen die Städte Hückeswagen, Wermelskirchen und Wipperfürth gemeinsam mit dem heimischen Energieversorger.

Das Wort "Nachhaltigkeit" wird inzwischen fast inflationär benutzt. Was besagt es konkret im Zusammenhang mit der Energiewirtschaft? Konrad Ott vom Sachverständigenrat für Umweltfragen hat den Begriff einmal so definiert: "Regenerierbare lebende Ressourcen dürfen nur in dem Maße genutzt werden, wie Bestände natürlich nachwachsen." In der Energieversorgung sind die Erneuerbaren Energien unerschöpfliche Quellen, Nachhaltigkeit ist damit nach Otts Definition garantiert. Eine kluge land- und forstwirtschaftliche Strategie lässt selbst den Nachschub an Holz oder anderer Biomasse nicht versiegen.

Potenziale auch in der Region

Die Technik zur Erzeugung Erneuerbarer Energien aus natürlichen Rohstoffen ist mittlerweile weit entwickelt. Auch die Potenziale sind vorhanden, so ist überregionalen Studien zu entnehmen. Darum, die Potenziale in der eigenen Region zu nutzen, geht es nun den Bürgermeistern von Hückeswagen, Wermelskirchen und Wipperfürth, die sich gemeinsam für eine "lokale Energiewende" stark machen. Neue Energiequellen bieten überdies die Chance, sich wenigstens ein Stück weit aus der Abhängigkeit der großen Energiekonzerne zu befreien. Da die drei Städte Hauptgesellschafter der Bergischen Energie- und Wasser-GmbH (BEW) sind, stehen die Zeichen beim regionalen Energieversorger jetzt auf Veränderung.

Doch bereits vor der politischen Ankündigung der Bürgermeister zu Jahresbeginn wollte die BEW den ökologischen Gedanken nicht als Lippenbekenntnis verstanden wissen. Service-Fahrzeuge des Unternehmens fahren seit über 15 Jahren mit Erdgas, was in Bezug auf die Emissionen gegenüber dem konventionellen Verbrennungsmotor einen großen Fortschritt bedeutet. Eine weitere Säule in der ökologischen Strategie des Versorgers ist der Ökostromtarif "BEW natur". Der verkaufte Strom wird dabei mit Wasserkraftwerken erzeugt.

"Die Nutzung der Wasserkraft hat eine lange Geschichte und eine große Zukunft", heißt es auf der Internetseite des Energieversorgers. Die Energiegewinnung sei zuverlässig, sicher, wettbewerbsfähig und vor allem umweltfreundlich.

Allerdings wird der Naturstrom nicht in der heimischen Region, sondern in Norwegen produziert und über Zertifikate vom Ökoinstitut in Freiburg "umgewandelt". Das bedeutet, dass zum Zeitpunkt der Stromentnahme aus dem Netz durch den Kunden auch die Energie anderer "ökologisch wertvoller" Kraftwerke zur Verfügung steht.

Das jüngste Angebot heißt nun "BEW green". Dieses Ökostromprodukt entspricht den anspruchsvollen Kriterien der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Garantiert wird: Der Strom kommt nicht aus Kohle- oder Atomkraftwerken. Und der Anteil der Erneuerbaren Energien liegt bei minimal 50 Prozent.

Wachstum bei der Photovoltaik

Zunehmend rückt nun auch die Stromproduktion mit Photovoltaik-anlagen in den Blickpunkt. Inzwischen ist die produzierte Menge im BEW-Gebiet auf fast 1,5 Millionen Kilowattstunden angewachsen — unter anderem durch Anlagen auf öffentlichen Gebäuden wie Schulen und Sporthallen.

(RP)
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