1. NRW
  2. Städte
  3. Hückeswagen

Die Spuren der Saison aufsammeln

Aktion Saubere Bever in Hückeswagen : Die Spuren der Saison aufsammeln

Fast 60 Freiwillige waren am Samstag im Einsatz, um den Uferrand an der Bever von Müll zu befreien.

Der große, grüne Zaun ist sperrig. Aber am Ufer der Bever kann er nicht bleiben. Also zerrt Jennifer Steyer das Ungetüm geduldig zum Wasser. Es folgen Eimer voller Unrat und Glas, volle Mülltüten mit Einmal-Grillschalen, achtlos weggeworfenen Spuren der Saison. Am Wasser warten André Franzke und Enoch Arns von der DLRG mit dem Boot und nehmen erst den Müll entgegen und helfen dann Jennifer Steyer und ihrem Team an Bord. Es regnet in Strömen. Ob sie sich heute Morgen nicht zweimal überlegt haben, zur Bever zu fahren? „Wieso? Wegen des Wetters?“ fragt die Ehrenamtliche zurück und dann blickt sie zum Himmel, der gerade aufbricht und erst Sonnenstrahlen und dann einen Regenbogen auf das Wasser schickt. „Ist doch perfekt“, sagt sie lachend. Und dann wird die Ehrenämtlerin ernst: „Es ist unheimlich wichtig, die Scherben wegzuräumen“, erklärt Jennifer Steyer, „damit minimieren wir die Verletzungsgefahr der Badegäste in der nächsten Saison.“ Und überhaupt: Der Müll könne doch nicht einfach liegen gelassen werden.

Und genauso sehen das alle 60 Helfer, die am Samstagmittag bei ungemütlichem Herbstwetter am Ufer den Müll aufsammeln. Der Schulterschluss der beiden Segelclubs, der vier DLRG-Gruppen am See und der Angler geht auf. War im vergangenen Jahr die Zahl der Helfer deutlich zurückgegangen, stieg sie zur diesjährigen Aktion merklich an – 60 Ehrenamtliche sind im Einsatz. „Vielleicht auch eine Folge der Klimadiskussion“, mutmaßt Grutz. Fast zehn Helfer des Triathlon-Teams vom ATV sind dabei, geflüchtete Menschen, alle Generationen. Sie räumen die Spuren der Sommersaison an der Bever auf. Und da gibt es viel zu tun: Glasreste und Verpackungsmaterialien, auch mal Autoreifen und Hinterlassenschaften von Grillabenden.
„Wir stellen allerdings fest, dass es in den vergangenen Jahren besser geworden ist“, sagt Grutz. Das sei der Ordnungspartnerschaft und den regelmäßigen Patrouillen am See zu verdanken. Die habe dafür gesorgt, dass in diesem heißen Sommer das Grillverbot eingehalten wurde. „Und wo nicht gegrillt wird und keine Feuer gemacht werden, da gibt’s auch weniger Müll“, hat Grutz festgestellt. Ohnehin sei es diesen Sommer ruhiger am See gewesen als in anderen. Und auch die Zahl derjenigen, die mit Glasscherben im Fuß versorgt werden mussten, ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen.

Es ist dennoch eine beachtliche Menge Müll, die die freiwilligen Helfer am Ende mit Zangen und Handschuhen zusammentragen. Fast jeden Uferabschnitt der Bever sind sie abgegangen – bis auf die privaten Campingplätze. Wütend sind sie dabei selten geworden. „Natürlich haben wir da kein Verständnis für“, sagt Helfer Christian Schubert, „warum nehmen die Leute nicht wieder mit, was sie hier herbringen?“ Aber dann räumen sie weiter auf – auch um den Besuchern im nächsten Jahr ein sicheres Gefühl zu geben.