Serie: Die Fachausschüsse des Rates Schule, Kultur Und Sport: Die Schul-Zukunft über Stadtgrenzen hinaus planen

Serie: Die Fachausschüsse des Rates Schule, Kultur Und Sport : Die Schul-Zukunft über Stadtgrenzen hinaus planen

Die Bergische Morgenpost stellt die "Werkstätten des Rates" in einer Serie vor - Heute: Ausschuss für Schule, Kultur und Sport.

Gleich in der ersten Sitzung nach der Kommunalwahl fasste der Schulausschuss Anfang Juli einen für die Zukunft wegweisenden Beschluss: Unabhängige Gutachter wurden damit beauftragt, Optionen für eine Entwicklung der Schullandschaft aufzuzeigen, die über die Stadtgrenzen hinaus gehen und die Nachbarstädte Radevormwald und Wipperfürth einbeziehen. Damit haben sich die verantwortlichen Politiker für eine interkommunale Zusammenarbeit in Sachen Schule entschieden.

Aus Sicht des Ausschuss-Vorsitzenden Frank Moritz (CDU) ist sie alternativlos, nachdem die Einrichtung einer Sekundarschule gerade erst am Elternwillen gescheitert ist. Dass in Kleinstädten das bestehende Schulangebot angesichts weiter zurückgehender Schüler-Zahlen nicht zukunftstauglich ist, ist offensichtlich. Vor allem die Hauptschule ist in ihrem Bestand gefährdet, ebenso die Erich-Kästner-Schule. Nicht wegzudiskutieren ist die Gefahr, dass es in Hückeswagen irgendwann überhaupt keine weiterführende Schule mehr geben wird.

Um das zu verhindern, setzen Frank Moritz und der gesamte Schulausschuss auf die interkommunale Zusammenarbeit. Auch die Verantwortlichen in Wipperfürth und Radevormwald wollen sie. Letztlich geht es darum, wo im oberbergischen Norden am Ende noch eine Hauptschule, eine Sekundarschule, eine Realschule, eine Förderschule und Gymnasien erhalten oder auch neu eingerichtet werden können bzw. wo sie geschlossen werden müssen.

Der "Angebots-Kuchen" muss aufgeteilt werden. Frank Moritz ist klar, dass das zu einem harten Stück Arbeit werden wird, denn natürlich wollen alle beteiligten Städte ein möglichst großes Stück vom "Kuchen" haben, also letztlich ein gut ausgestatteter Schulstandort bleiben. Die Arbeit im Schulausschuss und die dort gefassten Beschlüsse werden für die Stadt so wichtig sein wie nie zuvor. Moritz hofft, dass Lösungen im großen Konsens gefunden werden - wie schon beim politischen Beschluss pro Sekundarschule und Grundschulverbund in der vorigen Legislaturperiode.

Der Unterschied ist, dass diesmal ein Konsens auch mit den Nachbarn her muss. Allein in Hückeswagen wird dagegen über den künftigen Standort des Grundschulverbunds (LöwenGrundschule) entschieden. "Erst wenn eine Entscheidung zur Zukunft unserer Hauptschule getroffen ist, kann das geklärt werden", sagt Moritz. Für ihn ist das Hauptschulgebäude an der Weststraße nach wie vor der ideale Standort für die Grundschule, auch angesichts der großen Turnhalle dort, des Forums und der Nähe zum Sportplatz.

"Es ist aber auch klar, dass aufwändige Umbauarbeiten notwendig sein werden und es nicht damit getan ist, kleinere Stühle und Bänke anzuschaffen", sagt der 52-Jährige. Er ist ein erfahrener Schulpolitiker und seit 20 Jahren im Schulausschuss aktiv. 1999 übernahm er darin erstmals den Vorsitz, den er über zwei Legislaturperioden hinweg bis 2009 behielt. Reichlich private Erfahrung im Zusammenhang mit Schulen hat der Polizeibeamte als Vater von drei Kindern, von denen eine Tochter noch schulpflichtig ist, gesammelt.

Zuständig ist der "Moritz-Ausschuss" auch für die Themenbereiche Sport und Kultur. Auf kulturellem Sektor sieht Frank Moritz aktuell keinen großen Beratungs- und Entscheidungsbedarf. Was den Sport angeht, kann er sich eine Erneuerung des seit Jahren bestehenden "Pakts für den Sport" vorstellen, der dann auch, anderes als bisher, konkrete Auswirkungen haben sollte. Dennoch: Bestimmt wird die Arbeit des Fachausschusses in den nächsten Jahren ganz klar von den Beratungen zur Entwicklung der Schullandschaft in Hückeswagen und im oberbergischen Norden.

Schließlich geht es um nicht weniger als einen wichtigen Teil der Zukunft für die Hückeswagener Kinder. (wird fortgesetzt)

(bn)