Hückeswagen: Die Rettungshunde finden Vermisste

Hückeswagen : Die Rettungshunde finden Vermisste

Am Sonntag nutzte die Rettungshundestaffel des DRK-Kreisverbandes Wuppertal eine Freifläche im Industriegebiet für ein Training mit ihren Vierbeinern. Für die Hunde galt es, mehrere vermisste Personen im Gelände aufzuspüren.

Lange brauchte das "Opfer" nicht in einem Graben auf dem unwegsamen Gelände im Gewerbegebiet Winterhagen liegend ausharren, bis Luna ihn fand und per lautem Bellen anzeigte. Luna ist eine sechsjährige Labrador-Hündin und befindet sich, zusammen mit ihrer Besitzerin Adeline Berges, in der Ausbildung zum Rettungshund beziehungsweise zur Rettungshundeführerin. Gestern Mittag trainierten acht Tiere der Rettungshundestaffel des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Wuppertal in Hückeswagen.

Ungeduldig warteten die Tiere auf ihre Einsätze. "Wir machen das ehrenamtlich, auch die Hunde sind alle in Privatbesitz", sagte Staffelleiter Hansjörg Schiefler. Zu den Rassen zählen unter anderem Schäferhunde, Australian Shephards, Labradore, Berner Sennenhunde oder auch Mischlinge. Eine gewisse Größe weisen jedoch alle Rettungstiere auf, denn sie müssen in der Lage sein, eine gewisse Laufleistung zu erbringen. So gilt es bei der Flächensuche ein 30000 Quadratmeter großes, dichtbewachsenes Waldstück in 20 Minuten abzusuchen. "Drei Hektar sind schon eine ganze Menge", merkte Hegering-Leiter Johannes Meier-Frankenfeld an.

Über eine Anfrage beim Hegering und der Firma Klingelnberg als Grundstücksbesitzer war es möglich, die noch unbebaute Gewerbefläche an der Clarenbachstraße für das Training zu nutzen. An dieser Stelle stand auch die Wildschwein- Station (Sammelcontainer) des Hegerings zu Zeiten der Wildschweinpest. Über das für die Staffel noch unbekannte Gelände freute sich Hansjörg Schiefler. Zum einen stellt es eine neue Herausforderung für die Hunde dar, zum anderen dient ein Wechsel der Trainingsplätze auch dem Schutz der Natur und des Wilds. "Wir stehen immer in Kontakt mit der Forstbehörde und arbeiten in Einklang mit der Natur", betonte der Staffelführer.

Eine spezialisierte Art der Personensuche ist das Mantrailing. Dabei nutzen die Personenspürhunde ihren Geruchssinn, um gezielt Spuren zu verfolgen. "Dazu reicht es schon, den Hund an einem Autositz, Lenkrad oder einem ausgeklopften Rasierapparat riechen zu lassen", sagte Hansjörg Schiefler. Etwa zwei Jahre dauert die Ausbildung von Mensch und Tier. Neben der normalen Ersten Hilfe am Menschen lernen die Hundehalter auch die Erste Hilfe am Hund, Einsatz-Taktik, Bedienen von Funkgeräten, Lesen von Karten, Kompass und GPS-Geräten. Die Arbeit in der Rettungshundestaffel sei ein Fulltime-Job, für den die Ehrenamtler ihre gesamte Freizeit opfern. Für Leute, die ihre Hunde nur sinnvoll beschäftigen wollen, sei der Besuch einer Hundeschule geeigneter. "Bei uns steht das Retten von Menschenleben im Vordergrund, und das kriegt man nicht halbseitig hin", sagte Schiefler, der selbst schon fast 40 Jahre beim DRK aktiv ist. Sein Hund Sammy, ein Golden-Retriever-Jagdhund-Mix, durfte schon mit zehn Wochen die Ausbildung beginnen. Heute ist er mit neun Jahren ein erfahrener Einsatzhund.

Ein Höhepunkt in Sammys Hundeleben war das Auffinden einer vermissten Person in Solingen 2012. Damals war ein an Demenz erkrankter Mann einen Abhang hinabgestürzt. Als der Mann als vermisst gemeldet wurde, spürte Sammy den Verletzten in einem Waldgebiet auf. Mit den regelmäßigen Übungen ist es jedoch nicht getan. Alle 18 Monate müssen Hund und Halter erneut zur Prüfung antreten.

(heka)
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