Hückeswagen: Die Redaktion der Realschule

Hückeswagen: Die Redaktion der Realschule

Jeden Donnerstagnachmittag ist Redaktionssitzung: 17 Realschüler arbeiten dann an der neuen Ausgabe ihrer Schülerzeitung "realTimes". Erst vier Ausgaben sind bislang erschienen, dennoch hat es die Realschule in der Endrunde um Deutschlands beste Schülerzeitung geschafft.

Die Titelseite von Heft 4 der Schülerzeitung "realTimes" – ein Wortspiel aus der Abkürzung der Realschule und der britischen Tageszeitung – ist ein Hingucker: Flankiert von gewaltigen Felsen paddeln Schüler der Klassen 10 a und c in Kanus auf einem französischen Bergsee. Es ist das Foto einer Klassenfahrt, über die weiter hinten in dem 32-seitigen Heft im DIN A4-Format berichtet wird. Ebenso über die Touren der 10 d in die Toskana und der 10 b nach Polen. Überhaupt hat "realTimes" alles, was eine erfolgreiche Schülerzeitung ausmacht: Hier werden Lehrer auf nette Art durch den Kakao gezogen, es gibt Musik- und Tanztipps, der Schulalltag von Sekretärin Astrid Gerhardus, "dem Mädchen für (fast) alles", wird beschrieben. Aber auch aktuelle Entwicklungen an der Schule wie die Einrichtung der Mensa oder die Installation der Photovoltaikanlage auf dem Schuldach werden thematisiert. Kein Wunder, dass "realTimes" zu den 36 Schülerzeitungen aus NRW (und zwei aus Oberberg) gehört, die in die Endausscheidung des Bundeswettbewerbs um die beste Schülerzeitung im Land gekommen sind. Im Juni fällt die Entscheidung.

Jeden Donnerstagnachmittag, nach der sechsten Stunde, treffen sich 17 Jungen und Mädchen der Schülerzeitungs-AG für eineinhalb Stunden zur Redaktionskonferenz im Raum 105. Wenn das jeweilige Thema festgelegt ist, geht's ans Recherchieren und Schreiben. Für Heft 4 opferten die Schülerzeitungsredakteure sogar ihre Freizeit in den Herbstferien, um bis spätabends "realTimes" für den Druck vorzubereiten.

"Die Zeitung soll sich dahin gehend entwickeln, dass sie zu einem Baustein für die individuelle Förderung wird", erläutert Deutschlehrerin Maren Neugart, die zusammen mit ihrem Kollegen Jan von Palubitzki die Schüler in ihrem redaktionsalltag unterstützt. Ziel ist es, dass die übrigen Deutsch-Kollegen Schüler empfehlen, die gut schreiben können.

Wie sehr auch der Schulleitung die Zeitung am Herzen liegt, zeigt nicht nur das Editorial von Schulleiterin Christiane Klur und ihrem Stellvertreter Thorsten Schmalt. Für das dringend benötigte Layout-Programm "Indesign" wurden aus dem Budget 1500 Euro "locker gemacht". Darum kümmert sich nun Norman Hager aus der 10. Klasse, der die Schule aber bald verlässt. Inzwischen arbeiten sich aber Schüler der Klasse 9 ein, die ihn "beerben" sollen.

Dass "realTimes" jetzt in der Endrunde des Bundeswettbewerbs ist und somit bereits zu den 200 besten Schülerzeitungen in Deutschland zählt, "hat uns überrascht", gibt Maren Neugart zu. "Aber wir sind stolz auf unsere Schüler. Und die sind jetzt super motiviert." So soll Heft 5 wieder ein Kleinod bundesdeutschen Schülerjournalismus' werden.

(RP)