Hückeswagen: Die „neue“ Bever wird 70

Hückeswagen : Die „neue“ Bever wird 70

70 Jahre ist es am kommenden Samstag her, dass die erweiterte Bever-Talsperre eingeweiht wurde. Erreicht wurde damit ein großer Fortschritt im Hochwasserschutz. Auch der Wasservorrat in Trockenzeiten ist damit größer.

Schon Anfang des 20. Jahrhunderts galt das Bergische Land mit zehn Talsperren und Stauanlagen als „reich“ an künstlichen Wasserspeichern. Die Wupper-Thalsperrengenossenschaft, die Vorgängerin des Wupperverbandes, hatte bereits im Zeitraum zwischen 1896 und 1898 eine Talsperre mit einer Staumauer in Wefelsen errichtet. 3,3 Millionen Kubikmetern fasste sie, so groß wie die Brucher-Talsperre in Marienheide.

Bei dem großen Hochwasser von 1909 in Wuppertal zeigte sich jedoch, dass die bestehenden Anlagen nicht ausreichten, um die Wassermengen des bergischen Flusses aufzunehmen. Es entstand die Idee, die Bever-Talsperre zu erweitern. Doch erst nach dem Silvesterhochwasser 1925 und der Gründung des Wupperverbandes fünf Jahre später wurden die Planungen ernsthaft voran getrieben. Im Frühjahr 1935 schließlich wurden mit den Bauarbeiten begonnen. Insgesamt wurden für das Bauwerk 33 000 Kubikmeter Beton und eine Million Kubikmeter Lehm, Boden und Kies benötigt. Am 14. Juni 1938, also vor fast genau 50 Jahren, wurde die Talsperre offiziell in Betrieb genommen – der Stauinhalt war inzwischen auf das Siebenfache angewachsen.

Die Bever-Talsperre ist durch ein Stollensystem mit der benachbarten Neye-Talsperre, der Schevelinger Talsperre („Silber“) und mit dem Mühlenteich Wasserfuhr verbunden. Zusammen bilden sie den so genannten Beverblock. Durch diesen Verbund steht Wasser aus einem größeren Einzugsgebiet zur Verfügung.

In Trockenzeiten wird durch die Wasserabgabe aus den Brauchwassertalsperren in der Wupper eine Mindestwassermenge von 3,5 Kubikmetern pro Sekunde gewährleistet. So wird sicher gestellt, dass die Wupper nicht austrocknet und sich das gereinigte Abwasser aus den Klärwerken mit ausreichend Wupperwasser mischen kann. Damit ist laut Mitteilung des Wupperverbands der Schutz der Fische, Wasserpflanzen und Kleinlebewesen gewährleistet.

Auch als Ausflugsziel ist die Bever von großer Bedeutung. An schönen Sommerwochenenden tummeln sich mehrere tausend Besucher an, auf oder in der Talsperre. Segeln, Wandern, Angeln oder Tauchen sind beliebte Freizeitmöglichkeiten.

„Während der 70-jährigen Betriebszeit wurde das Bauwerk kontinuierlich an den jeweiligen Stand der Technik angepasst“, versichert der Wupperverband. In den 1990er Jahren wurde beispielsweise die Hochwasser-Entlastung saniert. Im Jahr 2000 erhöhte der Verband das Dichtsystem im Inneren der Talsperre. Seit Dezember 2005 verfügt die Bever-Talsperre zudem über eine Wasserkraftanlage. die mit zwei Turbinen zirka zwei Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt – genug Energie, um 430 Vier-Personen-Haushalten zu versorgen.

(RP)
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