Hückeswagen: Die Gewalt gegen Polizisten nimmt zu

Hückeswagen : Die Gewalt gegen Polizisten nimmt zu

64 Fälle hat es in diesem Jahr schon im Oberbergischen Kreis gegeben. Hückeswagen sticht mit niedrigen Zahlen heraus. Beim Schützenfest im Juli ist jedoch ein Polizist angegriffen worden. Er wollte einem Mann, der bedrängt wurde, helfen.

Beleidigungen, körperliche Angriffe und Widerstand mit Gewalt sind die drei häufigsten Delikte gegen Polizeibeamte im Oberbergischen Kreis. Und die Zahl der Fälle hat zugenommen: Im Jahr 2015 gab es 92 dieser Art, im vergangenen Jahr waren es 109. Im August konnte die Kreispolizei schon 64 vermelden.

Polizeipressesprecher Michael Tietze stellt steigende Zahlen fest. Foto: polizei

Hückeswagen sticht positiv hervor: 2015 gab es dort vier Fälle, 2016 gar keinen, und in diesem Jahr erst einen. Der ereignete sich während des Schützenfestes im Juli. Eine Gruppe Jugendlicher bedrängte einen Mann. Daraufhin schritt ein Polizist, der privat mit zwei anderen Männern auf dem Schützenfest unterwegs war, ein und wurde selbst angegriffen. "Ob er sich als Polizist zu erkennen gegeben hat, geht nicht hervor. Das sind die Tücken der Statistik", sagt Kreispolizeisprecher Michael Tietze auf Anfrage unserer Redaktion. Somit könne nicht eindeutig von Gewalt gegen Polizeibeamte ausgegangen werden. "Im Oberbergischen Kreis sind die Zahlen gestiegen", stellt Tietze aber fest. "Die Entwicklung in Hückeswagen ist hingegen vorbildlich." Nach Angaben der Kreispolizei sind etwa 86 Prozent der Täter männlich. Mehr als 58 Prozent stehen während der Tat unter Alkoholeinfluss.

Andreas Türpe ist Direktor des Amtsgerichtes. Foto: stadt wipperfürth

Das bestätigt auch Gerichtsdirektor Andreas Türpe vom auch für Hückeswagen zuständigen Amtsgericht in Wipperfürth. "Es gibt aber auch Fälle, da sind die Täter nüchtern", sagt er. Auch er stellt eine Zunahme an Gewalt gegen Polizeibeamte fest. "Wir verhandeln hier laufend solcher Fälle. Es geht um Beleidigungen, Widerstand und Körperverletzungen", sagt er. Bei den körperlichen Angriffen handele es sich vorwiegend um Schläge und Tritte. "Einige Polizisten mussten daraufhin krankgeschrieben werden", sagt Türpe. Neben Polizisten seien auch andere Vollstreckungsbeamte, zum Beispiel Mitarbeiter der Ordnungsämter, Gerichtsvollzieher und Zollbeamte, betroffen. "Hauptsächlich wenn Zwangsvollstreckungen und Abschiebungen durchgesetzt werden sollen", sagt Tietze. In Rade kam es 2017 schon zu fünf Fällen von Delikten gegen Polizisten. "Alle Täter standen unter Alkoholeinfluss", sagt Tietze. 2016 waren es drei, 2015 zehn Fälle. "Während des Karnevals gab es drei Delikte, unter anderem auch versuchte Körperverletzung", sagt Tietze. "Eine junge Frau, die auffällig war, hat versucht, Polizeibeamte zu treten." Die Strafen fallen laut Türpe unterschiedlich aus. "Das liegt daran, ob Vorstrafen vorhanden sind oder an der Schuldfähigkeit unter Alkoholeinfluss", sagt er. Oft liege das Strafmaß zwischen einer Geldstrafe und einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren.

(eler)
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