Hückeswagen: "Die Frau ist Motor des Baumarkts"

Hückeswagen : "Die Frau ist Motor des Baumarkts"

Beim 14. Unternehmerforum hielt Unternehmer und Obi-Gründer Manfred Maus am Donnerstagabend im Forum einen vielbeachteten Vortrag. Rund 150 Besucher informierten sich zur "Unternehmenskultur".

Manfred Maus ist ein Unternehmer mit Weitsicht. Das hat der 79-jährige Wermelskirchener beim Aufbau der Baumarktkette Obi bewiesen. So stellte er beim Unternehmerforum von Stadt und Sparkasse klar: "Der Baumarkt ist kein Männerbetrieb. Bauen ist die Tätigkeit, der Nutzen aber ist das Wohnen. Die Geborgenheit. Und wer ist daheim verantwortlich für die Geborgenheit? Der Motor des Baumarkts sind die Frauen." Maus machte damit deutlich, dass sich die Welt und die Gesellschaft in einem ständigen Wandel befinden. "Wer das nicht begreift, wer diesen Wandel vielleicht auch nicht mitgehen kann oder will, der hat es als Unternehmer enorm schwer."

In seinem unterhaltsamen Vortrag ging Maus auf das große Thema der "Unternehmenskultur" ein. Das Thema reicherte er zwar mit launigen Beispielen und Anekdoten aus seinem langjährigen Berufs- und Privatleben an, im Kern aber versuchte der Unternehmer, seinem Publikum den Ernst der Angelegenheit zu vermitteln. Dafür gab Maus eine Vielzahl an Beispielen, von denen das Thema "Frauen in Führungspositionen" nur eines von vielen war. Ein weiteres war die Kirchen als Arbeitgeber: "Sie gehören zu den größten Arbeitgebern in Deutschland." Rund 40 0000 Mitarbeiter stünden bei den beiden großen Kirchen in Lohn und Brot. "Und sie haben auch einen großen Buchhandel - der mittlerweile pleite ist, weil sie nicht gemerkt haben, dass der Verbraucher lieber bei Amazon im Internet kauft", betonte Maus.

Der nächste Anbieter aus China, "Ali Baba", stehe schon in der Warteschleife: ",Und Ihre Enkel werden in chinesischen Autos fahren", prognostizierte er.

Wertevermittlung als Unternehmer war ein weiterer wichtiger Aspekt: "Stehen Sie zu dem, was Sie Ihren Kunden und Mitarbeitern versprechen. Die zwei wichtigsten Werte sind Disziplin und Konsequenz - das habe ich in 40 Jahren Beruf gelernt", versicherte der 79-Jährige. Außerdem sei es von enormer Bedeutung, dass sich die Mitarbeiter im Betrieb wohl- und wertgeschätzt fühlen: "Wenn ich vor Studenten spreche, frage ich immer wieder, was denn das Ziel eines Unternehmens sei. Die häufigste Antwort ist dann: Profit zu machen." Das stimme jedoch nicht. Profit sei das Ergebnis einer Unternehmenskultur, die ein Ziel haben müsse: zufriedene Kunden. "Und die gibt es nur, wenn auch zufriedene Mitarbeiter bei Ihnen arbeiten." Wichtig sei es diesbezüglich vor allem, jeden Mitarbeiter in die Unternehmensprozesse mit einzubinden.

Außerdem sollten die Unternehmer vor der sich verändernden Welt keine Angst haben: "Nutzen Sie die Chancen, die der Wandel Ihnen und Ihrem Unternehmen gibt", lautete der Rat von Manfred Maus.

Dietmar Persian hatte die Veranstaltung erstmals in seiner Funktion als Bürgermeister offiziell eröffnet. "Die Unternehmerschaft hat mir schon immer sehr am Herzen gelegen, schon in meiner Zeit als Geschäftsführer der HEG", sagte er. Denn das Wohl der Stadt sei untrennbar damit verbunden, dass es den Unternehmen gut gehe.

Zudem müsse das Ziel eines Unternehmers sein, dass seine Mitarbeiter sich wertgeschätzt fühlten: "Ein zufriedener Mitarbeiter mit Unternehmens-Know-How ist ein Gewinn für jeden Betrieb", sagte der Bürgermeister - und sprach damit dem prominenten Referenten des Abends offensichtlich aus dem Herzen.

(wow)