Hückeswagen: "Die Eule" für viel Wortwitz

Hückeswagen : "Die Eule" für viel Wortwitz

Eine besondere Auszeichnung wird am 12. Mai Birgit Blumberg zuteil: Die Mitinhaberin des Kobeshofener Fleischmarkts bekommt dann "Die Eule". Diesen Sprachpreis gibt's für ihre Reime.

Die Kunden des Fleischmarkts warten jede Woche sehnsüchtig auf die Anzeige in der BM. Natürlich wegen der Angebote, aber auch wegen des neuen Gedichts, das Birgit Blumberg verfasst hat. Seit etlichen Jahren dichtet die Frau, die zusammen mit ihrem Mann Karl-Josef und Matthias Kaufmann den Fleischmarkt leitet. Auf ihre Reimkunst ist nun auch die Regionalgruppe Bergisch-Land des Vereins Deutsche Sprache (VDS) aufmerksam geworden.

Kommentar des Zeitgeschehens

In einer kleinen Feierstunde am übernächsten Samstag, zu der auch der "Bergische Jung" (Willibert Pauels) und Bürgermeister Uwe Ufer erwartet werden, erhält die Wipperfürtherin den Bergischen Sprachpreis "Die Eule". "Damit spricht der VDS Frau Blumberg seine große Anerkennung für ihren Umgang mit der deutschen Sprache in ihrer wöchentlichen Firmenwerbung aus", teilte gestern Prof. Dr. Ernst Groß-Hardt von der Regionalgruppe mit. Sie füge dieser Firmenwerbung, die in verschiedenen Zeitungen des Bergischen Landes wöchentlich erscheine, jeweils ein eigenes Gedicht hinzu, "das nicht nur durch gutes Deutsch, sondern auch durch Geist, Wortwitz und Satire beeindruckt". Zudem kommentiere die Preisträgerin darin das Zeitgeschehen und die menschlichen Eigenheiten und Schwächen.

Birgit Blumberg wird am 12. Mai in ihren Geschäftsräumen in Ko-beshofen eine Urkunde und die Skulptur in Form einer Eule überreicht bekommen. Schließlich galt die Eule in der Antike als Vogel der Weisheit. In der Neuzeit hingegen nutzen die Karnevalisten sie als Sinnbild, um Spott und Ironie über das Zeitgeschehen und ihrer Bürger auszubreiten.

Fleisch und Wurst schmecken nicht nur den meisten Menschen (sofern sie keine Vegetarier sind), sondern regen überdies offenbar auch noch die Fantasie an. Jedenfalls die von Birgit Blumberg. Mindestens einmal in der Woche sehen die Mitarbeiter im Fleischmarkt Kobeshofen die dynamische Chefin mit eher versonnenem Lächeln durch die Flure eilen. Dann weiß jeder im Haus: Sie dichtet wieder.

Das Dichten ist Familientradition

Das Verse-Schmieden hat in dem Familienunternehmen Tradition. Schon Rudi Blumberg, Vater von Firmenchef Karl-Josef Blumberg, setzte grundsätzlich einen Spruch über seine Annoncen. Wobei er auch Anleihen bei Wilhelm Busch machte. Und Birgit Blumberg sagte in einem früheren Gespräch mit der BM: "Die Leute sollen schmunzeln."

(RP)