Hückeswagen: Die BM-EM-Reporter

Hückeswagen : Die BM-EM-Reporter

Philipp ist das wandelnde Sportlexikon: "Viermal Luca Toni, einmal Lell, einmal Lahm", zählt der 13-jährige Gymnasiast, der das Wipperfürther EvB besucht, die Torschützen beim 6:0-Sieg "seines" FC Bayern München im Uefa-Cup gegen Aris Saloniki auf.

Das Spiel im Dezember hatte der Stürmer der D I des RSV 09 zusammen mit seinem Vater live in der Münchner Allianz-Arena gesehen. Auch sein drei Jahre jüngerer Bruder Pascal, der das Tor der D II hütet, ist unverkennbar Bayern-Fan. "Das sind einfach die Besten", schwärmt der Realschüler.

Wenn Fußball im Fernsehen läuft, sind die Brüder fast immer dabei. Vor allem der Ältere: "Der guckt alles", wirft seine Mutter Christiane Nelte ein, verdreht die Augen, lächelt aber milde. Weiß sie doch, dass das runde Leder das große Hobby ihres ältesten Sohnes ist. Mit Freunden würde er sich auch treffen, korrigiert sie der 13-Jährige. "Aber meistens auf dem Fußballplatz", sagt Christiane Nelte erneut lächelnd. Pascal, der mittlere der insgesamt drei Brüder, hat außer Fußball aber auch noch anderes im Kopf: Schwimmen und Tennis.

Mit einer Fachsimpelei um den zukünftigen Europameister stimmen sich die künftigen BM-EM-Reporter mit den modisch hoch gegelten Haaren auf ihre Aufgabe ein. Während Pascal "keinen im Blick" hat, rattert Philipp los: "Die Spanier sind gut, die Deutschen werden um den Titel mitspielen. Geheimfavorit ist Rumänien; die haben eine spielstarke Mannschaft." Auch auf Portugal sei zu achten, die Italiener aber schieden aus.

Die Knirpse sind nun froh, dass es endlich los geht. "Wir werden jedes Spiel gucken", sagen sie optimistisch. Doch da hat die Mutter etwas dagegen: "Nicht jedes!", stellt sie klar. Denn viele Begegnungen beginnen abends erst um kurz vor Neun. Aber die deutschen Spiele sind für Pascal und Philipp gesichert — nicht zuletzt dank der "Verpflichtung" als BM-EM-Reporter.

(RP)
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