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Hückeswagen: Die Bierbörse ist ein friedlicher Treffpunkt

Hückeswagen : Die Bierbörse ist ein friedlicher Treffpunkt

Das Wetter lockte bis zu 15.000 Besucher am langen Wochenende zur sechsten Auflage ins Zentrum.

Friedlich, gepflegt und gesittet wirkte das lockere Besuchergetümmel auf die Gäste der 6. Hückeswagener Bierbörse. Geschäftsinhaber rund um die Bahnhofstraße und den Bahnhofsplatz lobten das Auftreten der Standbe-treiber. "Ich war schon sehr angenehm überrascht, dass die Straßen bereits vor Geschäftsbeginn ordentlich gefegt und gesäubert waren", berichtete Optiker Bernd Lammert, dessen Geschäft mitten im Trubel lag, erfreut. Zudem lobte er das gleichfalls gepflegte Auftreten der zahlreichen Besucher. "Wir treffen uns hier alle zu einem ansprechend sittsamen Biergenuss, wie man es so nicht auf allen Bierveranstaltungen erleben darf", fasste Lammert zusammen.

Einen ähnlichen Eindruck gewann auch Bierbörsen-Organisator Andreas Born. Er stand für alle ungeplanten Eventualitäten — sei es eine missachtete Autoabsperrung, eine geplatzte Wasserleitung oder eine Pöbelei zwischen Gästen — mit den Malteser-Sanitätern, der Securitymannschaft und seinen eigenen Mitarbeitern regelmäßig in Funkkontakt. "Aber es gab keine nennenswerten Auffälligkeiten, abgesehen von einem ausgeteilten Pflaster", berichtete er am Samstagabend. Dank seines Schrittzählers auf dem Mobiltelefon hatte Born einen guten Überblick über seine eigene Leistung: "Insgesamt bin ich hier schon 15 Kilometer auf der Bahnhofstraße hin und her gelaufen, um für alle Fragen und Anliegen des Bierpersonals paratzustehen", erzählte er. Born schätzte die Zahl der Bierbörse-Besucher auf 12.000 bis 15.000 nach 10.000 im Vorjahr, viele davon kamen von auswärts. Der Zuwachs war natürlich in erster Linie dem perfekten Sommerwetter zu verdanken.

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Während an den rund 30 Biertheken der schäumende kühle Gerstensaft einen so reißenden Absatz fand, dass die Brauerei-Mitarbeiter ordentlich ins Schwitzen kamen, genossen die Besucher ihr erwähltes Erfrischungsgetränk in aller Ruhe. "Aber nicht alle Biere hier auf der Börse treffen meinen Geschmack. Gerade hatte ich eines mit Kräutern - das ist gar nichts für einen Kölsch verwöhnten Gaumen", meinte Jens Klett aus Wipperfürth, der zusammen mit Familie und Freunden die Gelegenheit nutzte, verschiedene Biersorten zu testen.

Und dann gab es auf der Bierbörse auch regelrechte Sammler, die vor allem die exotischen Bierflaschen aus Übersee als Souvenir mit nach Hause nehmen wollten. Thomas Dillmann aus Hagen besucht seit sechs Jahren regelmäßig vor allem das "Haus der 131 Biere", um sich exklusive Geschenkboxen zusammenstellen zu lassen. "Meine 13-jährige Tochter sammelt die Kronkorken. Weder sie noch ich trinken selber Bier. Aber meine 94-jährige Oma weiß einen zünftigen Schluck noch zu würdigen", sagte der Hagener schmunzelnd.

Mehr Fotos in einer Bilderstrecke im Internet — zu finden unter www.rp-online.de/hueckeswagen.

(mpa)