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Diakoniestation Hückeswagen mit neuer Leiterin

Hückeswagener Pflegedienst : Diakoniestation mit neuer Leiterin

Nach sieben Jahren in Hückeswagen ist Ira Müller in ihre norddeutsche Heimat zurückgekehrt. Ihre Nachfolgerin ist mit Sandra Richter ein „Kind des Bergischen“. Die 46-Jährige übernahm die Leitung in schwierigen (Corona-) Zeiten.

In sozialen Berufen gehen die Uhren offenbar anders. Natürlich freut sich Sandra Richter darüber, dass die Beschäftigten in der Altenpflege für die zusätzliche Arbeit in Zeiten von Corona eine einmalige Prämie in Höhe von bis zu 1000 Euro durch die Pflegekassen und zusätzlich 500 Euro vom Land erhalten. Aber die neue Leiterin der Diakoniestation Hückeswagen denkt dabei auch an andere: „Leider bekommen die Krankenpfleger in NRW diese Prämie nicht“, sagt sie. Das sei nicht nachvollziehbar. „Die hatten und haben doch teilweise noch größere Beschränkungen.“

Im März 2013 hatte Ira Müller die langjährige Leiterin der Diakoniestation, Claudia Henze, abgelöst. Nun hat es die gebürtige Kielerin wieder nach Norddeutschland gezogen, wo sie ihren beruflichen Schwerpunkt in der Palliativarbeit sieht. Im Mai war der Träger der Diakoniestation, die Rheinische Gesellschaft für Innere Mission und Hilfswerk GmbH, an Sandra Richter herangetreten und hatte der Pflegedienstleiterin die Leitung angeboten. „Ich hatte nicht damit gerechnet“, gesteht sie. Aber lange überlegen brauchte die Mutter von fünf Kindern im Alter zwischen acht und 20 Jahren nicht.

Geboren im Hückeswagener Marienhospital und aufgewachsen in Radevormwald lebt die 46-Jährige seit 1997 in der Schloss-Stadt. Nach dem Realschulabschluss begann sie im GWG-Seniorenwohnzentrum in der Nachbarstadt eine Ausbildung zur Altenpflegerin. Später arbeitete sie kurz im Johannesstift, ehe sie Wohnbereichsleiterin des Rader Johanniter-Altenheims wurde. Im November 2014 wechselte Sandra Richter als Pflegefachkraft zur Diakoniestation, wo sie zunächst eine Teamleitung und ab Frühjahr 2019 die Pflegedienstleitung übernahm. Da war es logisch, dass die Verantwortlichen bei der Rheinischen Gesellschaft ihr schließlich die Leitung der Diakoniestation übertrugen.

Sandra Richter ist nun Chefin von 16 Frauen und fünf Männern in der Pflege, neun Mitarbeitern in der Betreuung, vier in der Verwaltung (dazu kommen noch ihre Stellvertreterin Nadine Schenk und sie), eine Reinigungsfachkraft sowie der Kollege, der sich um die Fahrzeuge kümmert – „unser Fuhrpark-Manager“, wie die 46-Jährige lachend sagt. Zudem beschäftigt die Diakoniestation vier Auszubildende, von denen zwei im September fertig sind. Eine wird übernommen, „die andere will etwas anderes machen“.

Vorwiegend in Hückeswagen, aber auch in Bergisch Born und Wipperfürth betreut die Diakoniestation 188 Patienten. Jetzt in der Corona-Krise waren die Herausforderungen größer als üblich. Einige Patienten verzichteten eine Zeit lang auf die Pflege, „weil sie Sorge hatten, dass sie sich durch uns anstecken könnten“, berichtet die Leiterin. Doch die Schutzmaßnahmen zeigen Wirkung: „Wir haben bislang keinen Corona-Fall – weder bei den Patienten noch bei den Mitarbeitern“, zeigt sich Sandra Richter erleichtert. „Ich bin dankbar, dass wir so glimpflich davongekommen sind.“

Dabei hatten die Pflegerinnen und Pfleger die Hygienemaßnahmen nur ein wenig verstärken müssen, „denn wir desinfizieren immer unsere Hände, wenn wir die Patienten pflegen“, bestätigt die neue Leiterin. Nun würden aber etwa auch die Autoschlüssel desinfiziert. Der Mundschutz kommt ebenfalls immer. „Bei Patienten mit multiresistenten Erregern ziehen wir aber auch den Schutzkittel an“, sagt sie. Solche Patienten seien eher die Ausnahme.

Die neue Leiterin arbeitet sich zurzeit in ihren neuen Aufgabenbereich ein und wünscht sich, dass alles weiterhin gut läuft. Ein paar Sachen in der Verwaltung wolle sie umstrukturieren. Ansonsten wolle sie schauen, dass alle Bereiche gut aufgestellt sind und ihre Kolleginnen und Kollegen gut arbeiten können. Und noch etwas ist Sandra Richter sehr wichtig: „Unser Anspruch ist es, den Patienten das Gefühl zu vermitteln, dass wir komplett für sie da sind.“ Es sei ganz wichtig, dass niemand das Gefühl bekomme, die Pfleger seien auf dem Sprung. Und dafür werden schon kleine Mittel eingesetzt: „Wir legen zum Beispiel immer vor der Arbeit die Jacke ab“, erläutert die neue Leiterin.