Ehrenamt Michael Wolter (tbh): Der Turnerbund ist eine Familiensache

Ehrenamt Michael Wolter (tbh) : Der Turnerbund ist eine Familiensache

Michael Wolter ist zusammen mit seiner Frau Kerstin und den Töchtern Jacqueline und Michelle aktiv im TBH. Zudem hat der 55-jährige Vereinsvorsitzende die Abteilung Bogenschießen in der Schloss-Stadt etabliert. 60 Aktive trainieren an zwei Tagen.

Hückeswagen Michael Wolters Wurzeln beim Turnerbund (TBH) reichen zwar bis in die frühe Kindheit zurück, richtig mit dabei ist er allerdings erst wieder seit 2006. "Ich bin auf dem Höchsten groß geworden - da kommt man am TBH nicht vorbei", sagt der 55-jährige Berufsoffizier und schmunzelt. "Es gibt noch Fotos, etwa von 1969, da bin ich beim Kinderturnen zu sehen." Der Beruf hatte ihn 1990 nach Luxemburg verschlagen, wo er 15 Jahre eingesetzt war.

2005 wurde er nach Köln versetzt. "Damals sind wir wieder nach Hückeswagen gezogen, und ein Jahr später habe ich dann den Kontakt zum TBH gesucht", erzählt Wolters. Heute ist die ganze Familie - Vater Michael, seine Frau Kerstin und die Töchter Jacqueline und Michelle - nicht nur aktiv im Verein, sondern alle haben auch den Übungsleiterschein. Michael Wolter ist zudem seit einem Jahr Vorsitzender, nachdem sein Vorgänger Hans-Georg Breidenbach den Vorsitz des Stadtsportverbands übernommen hatte.

"Meine Frau bietet Kinderturnen an, Michelle hat einen Yoga-Kursus, und Jacqueline ist mit mir Übungsleiterin beim Bogenschießen - ich bin zudem Abteilungsleiter", sagt Wolter. Zum Bogenschießen ist Wolter über die 20-jährige Tochter Jacqueline gekommen. "Sie war bei der LTG in Lennep in der Abteilung, das habe ich auch probiert. Und weil es uns so gut gefallen hat, wollten wir das auch im TBH anbieten", sagt er. 2013 bekamen die beiden nicht nur grünes Licht vom TBH-Vorstand, sondern auch Hallenzeiten zugewiesen.

"Es hieß: Wenn zu den Trainingszeiten mindestens fünf bis zehn Teilnehmer kämen, könnten wir das Angebot etablieren", sagt Wolter. In der Schloss-Stadt habe es anscheinend großen Bedarf gegeben: "Zu den ersten Trainingsstunden kamen bereits 20 Interessierte, heute trainieren an zwei Tagen 60 Aktive", sagt Wolter. Die Altersstruktur gehe quer durch alle Altersschichten, und da die Trainingszeiten am Freitag zwischen 18 und 22 Uhr recht lange angelegt seien, habe man auch darauf verzichtet, Jugend- oder Seniorengruppen zu gründen.

"Das vermischt sich von ganz alleine", sagt Wolter. Das Training findet bei schlechtem Wetter und in der kalten Jahreszeit in der Halle statt, ansonsten hinter den Umkleiden auf dem Bolzplatz oberhalb des Sportplatzes Schnabelsmühle. Neben dem Training, das schon bald auf zwei Tage in der Woche ausgedehnt werden konnte, weil es so viele Interessenten gab, unternimmt die Abteilung zahlreiche Aktivitäten. "Wir machen gemeinsame Wochenendfahrten oder gehen zum Karaoke.

Außerdem sind wir immer wieder bei Einladungsturnieren von anderen Vereinen - demnächst in Wermelskirchen", sagt Wolter. Dort könne man sich im lockeren Wettbewerb messen und das Trainierte im Wettkampf anwenden. Im TBH werde das intuitive Bogenschießen - im Gegensatz zur hochtechnisierten olympischen Variante mit Visier und Stabilisatoren - geübt: "Wir schießen nur mit Pfeil und Bogen, das geht eher in die jagende Art", sagt der 55-Jährige.

Für den Berufsoffizier ist sein Ehrenamt im TBH Aufwand und Spaß zugleich. "Es ist natürlich schon eine große Verantwortung, wenn man geschäftsführender Vorstand eines Vereins mit 550 Mitgliedern ist. Dahinter steckt eine Menge Arbeit." Aber er bekomme sehr viel zurück, besonders unmittelbar in seiner Abteilung: "Jeder packt an, jeder hilft mit - da nimmt man die Vorstandsarbeit gerne in Kauf", sagt der 55-Jährige. Im Ehrenamt könne man zudem viel an die Stadt und die Gemeinschaft zurückgeben, in der man lebt.

Eine Besonderheit sei im Sportverein auch, dass die Generationen hier miteinander Zeit verbrächten und auch Menschen mit und ohne Handicap zusammen sind. "Das hat man sonst nicht so oft. Ich kann nur jeden dazu animieren, im Verein aktiv zu werden, weil es viel Spaß macht", sagt Wolter. Mit einer Einschränkung, wie er zugibt: "Die Bürokratie, gerade auf Vorstandsebene, ist ein Problem. Deswegen wollen viele auch nicht im Vorstand mitarbeiten, weil es einfach abschreckt.

(wow)