Bürgerentscheid: "Der Rat wird mit Sicherheit fair mit dem Ergebnis umgehen"

Bürgerentscheid: "Der Rat wird mit Sicherheit fair mit dem Ergebnis umgehen"

Mit Tränen der Freude in den Augen lagen sich die Unterstützer der Bürgerinitiative in den Armen, als Bürgermeister Dietmar Persian das Ergebnis der Abstimmung am Sonntagabend in der Glashalle verkündete.

So auch Sonja Bach: "Wir haben seit Monaten dafür gekämpft und gezittert", sagte die Hückeswagenerin. Auch wenn ihr Sohn die Realschule bald verlässt, ist es ihr dennoch wichtig, dass die Schule, die sich ihren guten Ruf erarbeitet habe, am Standort bleibe und die Grundschüler zuerst eine neue Bleibe erhielten. "Demokratie wurde jetzt auch mal gelebt", fügte ihr Ehemann, Dietmar Bach, hinzu.

Für Manfred Schnippering wäre eine Zusammenlegung von Haupt- und Realschule auf dem Höchsten durchaus vorstellbar gewesen. "Der demografische Faktor ist da", sagte er.

UWG-Fraktionschef Michael Wolter war überrascht über den Ausgang der Wahl. "Bei einer Wahlbeteiligung von knapp 30 Prozent hätte ich nicht damit gerechnet, dass die Bürgerinitiative genügend Stimmen bekommt", sagte er.

Eine Doppelfrage zu stellen, sei nicht günstig gewesen. Den Wunsch eines Grundschul-Neubaus befand auch die UWG für gut, ebenso jedoch die Zusammenlegung von Real- und Hauptschule. "Langfristig hätte sich das günstig auf die Steuern ausgewirkt und einen positiven Effekt für alle Bürger gehabt", glaubt Wolter.

Hinter der Bürgerinitiative standen die FDP und die FaB. Norbert Heider freute sich über deren Sieg. "Der Name der Bürgerinitiative war Programm: Die Vernunft hat gesiegt", sagte das FaB-Ratsmitglied. Das Ergebnis zeige, dass auch kleinere Partien etwas bewirken können, auch wenn die FaB nicht Initiator, wohl aber Unterstützer des Bürgerbegehrens gewesen sei.

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Freude auch bei Jörg von Polheim und Jörg Kloppenburg von der FDP. "Das Ergebnis zeigt, dass die Bürger willens und in der Lage sind, solche Sachverhalte zu entscheiden", betonte Fraktionschef von Polheim.

Noch günstiger wäre es jedoch gewesen, hätten das Bürgerbegehren und die Sorgen der betroffenen Schüler und Eltern schon im Vorfeld den Rat zum Umdenken gebracht. Viel Zeit hätte dadurch gespart werden können, betonte er. "Der Rat wird aber mit Sicherheit fair mit dem Ergebnis umgehen", fügte Kloppenburg hinzu.

Ein wenig Schadenfreude mischte sich doch noch dazu. Denn schon vor der Verkündung des Wahlergebnisses hätten CDU und SPD ihre Wahlplakate mit dem Wort "Danke" überklebt. Den Spruch "Hochmut kommt vor dem Fall", konnte sich Kloppenburg als Reaktion nicht verkneifen.

Die Befürworter des Bürgerbegehrens, die zur Ergebnisverkündung in die Glashalle am Bahnhofsplatz gekommen waren, waren voll des Lobes für die Arbeit der Bürgerinitiative. "Alle haben großartige Arbeit geleistet und mit wenigen eigenen Mitteln den Willen der Hückeswagener durchgebracht. Das ist toll", sagte Sonja Bach.

Marianne Reuter, die mehrere Werbeslogans für die Bürgerinitiative entworfen hatte, hofft nun auf Fairness: "Viele Bürger haben deutlich gemacht, dass sie nicht zufrieden sind und gemeinsam für eine gute Sache gekämpft. Ich hoffe, dass es nach der Abstimmung sachlich weitergeht."

(heka)