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Ehrenamt Gerd Kaps: Der Kümmerer des TV Winterhagen

Ehrenamt Gerd Kaps : Der Kümmerer des TV Winterhagen

Gerd Kaps ist beim TVW dafür zuständig, dass das Trainingsgerät der Sportler gut in Schuss ist. Außerdem spielt der 72-Jährige seit 35 Jahren Badminton.

Hückeswagen Zunächst war Gerd Kaps so etwas wie eine Begleitperson. Der heute 72-Jährige war durch seine Frau zum TV Winterhagen gekommen. "Sie hat dort 1982 einen Mutter-Kind-Kursus und Kleinkinderkurse geleitet", erzählt Kaps. Die Übungsleiter wurden damals immer zur Weihnachtsfeier in den Busenbacher Hof eingeladen, da sei er als Begleiter seiner Frau eben mitgekommen. "Heinz Weier war seinerzeit sehr aktiv im Verein.

Er hat zu mir gesagt: 'Gerd, du bist immer bei den Feiern dabei, aber nicht im Verein aktiv - jetzt komm' doch auch mal dazu!'", erinnert sich Kaps. Seine Antwort sei zunächst ablehnend gewesen. ",Ihr habt doch nichts, was mich reizt', habe ich zu ihm gesagt. Ich schwimme gerne, und beim ATV war ich in der Judo-Abteilung", sagt Kaps. Höchstens Federball sei ihm da noch in den Sinn gekommen: "Das habe ich Weier gegenüber erwähnt - und schon hatte er mir ein Anmeldeformular in die Hand gedrückt", sagt der 72-Jährige schmunzelnd.

Seit 35 Jahren ist er nun freitags in der Badminton-Abteilung aktiver Spieler. "Außerdem mache ich mittwochs Wirbelsäulengymnastik." Aber auch neben seinen sportlichen Aktivitäten ist der 72-Jährige eine wichtige Stütze für den TVW. Was auch mit seinem beruflichen Hintergrund zusammenhängt. "Ich habe 27 Jahre bei Klingelnberg in der Härterei gearbeitet, auch heute noch schraube ich einfach gerne", erzählt er.

So habe er zu Hause ein Motorrad, eine 1953er DKW, zusammengeschraubt. "Und auch im ,3-Städte-Depot' bin ich gerne", sagt Kaps. So sei es nur folgerichtig, dass er vor sechs Jahren gefragt wurde, ob er nicht im Sportverein als Gerätewart helfen wolle. "Ich kümmere mich darum, dass die Sportgeräte in Ordnung sind", erläutert Kaps. Dabei habe er zum einen die Aufgabe, sich um defekte Geräte zu kümmern. Zum anderen arbeite er aber auch prophylaktisch.

"So habe ich etwa angefangen, die Leder-Geräte einzufetten. Das hält das Leder geschmeidig und sorgt dafür, dass es langlebig bleibt", erklärt der 72-Jährige. Zweimal im Jahr behandele er so Pferd, Barren oder auch die großen Medizinbälle. "Ich mache das immer in den Sommer- und den Weihnachtsferien. Dann ist kein Sportbetrieb, und ich nehme mir einen Tag Zeit." Das sei eine Arbeit, die könne er gut planen.

Mit den defekten Geräten sei das hingegen nicht so einfach vorauszuplanen. "Da muss ich schon mal spontan reagieren. Wobei ich auch nicht auf Kontrolltour durch die Gerätegarage gehe", betont Kaps. Vielmehr sei es so, dass die Übungsleiter ihm jeweils einen Zettel in die Garage hingen, auf dem notiert sei, was genau zu reparieren sei. "Ich sehe dann immer zu, dass das schnellstens erledigt ist. Und was ich selbst reparieren kann, mache ich auch selbst - ich will möglichst kein Geld ausgeben müssen", sagt Kaps.

So seien kürzlich etwa bei den ausziehbaren Turnleitern in der Halle die Rollen kaputt gewesen. Die habe er kurzerhand selbst zu Hause an der Drehbank hergestellt. "Das geht einfach schneller und ist auch billiger", sagt Kaps. Für die Vereine, die notorisch knapp bei Kasse sind, ist einer wie Gerd Kaps besonders wichtig. "Das ganze Ehrenamt ist wichtig, sonst müsste man alles extern machen lassen, und das kostet Geld", sagt der 72-Jährige bescheiden und hebt seinen Vereinskollegen Jürgen Hausmann hervor: "Der Jürgen hilft mir immer, wenn was Größeres gemacht werden muss.

Neulich haben wir die Ringe an der Hallendecke ausgewechselt." Hausmann sei mit seinem Sohn gekommen, und gemeinsam seien sie dann auf dem Gerüst unter die Decke geklettert. "Solche Leute braucht die Vereinsarbeit", bringt Kaps die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements auf den Punkt.

(wow)